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Wintereinbruch : Verkehrschaos nach Mini-Schneefall

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei kleinere Schneeschauer – maximale Wirkung: Morgens und am Nachmittag ging in Flensburg auf Schnee und Eis nicht mehr viel.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Flensburg | Der zweite Schnee des neuen Jahres stürzte Flensburg kurzzeitig in ein mittleres Verkehrschaos. ÖPNV und Individualverkehr kamen an den neuralgischen Punkten zum Erliegen – überwiegend hinter LKW und Omnibussen, die sich an den Steigungen festgefahren hatten. Ursache war ein längerer Schauer gewesen, der kurz vor 9 Uhr begann und sich gut eine Stunde später, als die Stadt unter einer drei Zentimeter starken Schneedecke lag, auch schon wieder verzogen hatte. Später am Nachmittag, nach einem zweiten heftigen Schauer, erwischte das tückische Wetter die Fahrzeuge noch einmal. Ab 15 Uhr im Berufsverkehr. An den Süderhofenden sorgte eine in kürzester Zeit festgefahrene Schneematschdecke für spiegelglatte Fahrbahnen.

Flensburgs berufsmäßige Vielfahrer fanden im Straßennetz mithin die erwarteten Resultate nach Schneefall vor. Quer geschlagene Busse an den Hängen, dahinter gestrandete PKW, Kleinlaster, Taxen. „Es war haarig“, sagt Peter Schulz, „Funker“ bei Altstadt-Taxi. „Dabei sollte man doch mittlerweile wissen, wo es in Flensburg kritisch wird. Hier scheinen sich die Leute zu fragen: Huch!, wo kommt denn plötzlich der viele Schnee her?“ Kollegin Romy Lenz, Inhaberin von Taxi Edenhofer: „Wir hatten am Morgen 14 Autos draußen, als es anfing. Ziemlich schnell brach Chaos aus. Wir hatten zwar plötzlich Touren ohne Ende, aber wir kamen nicht zum Kunden. Die ersten Streufahrzeuge“, so Lenz, „habe ich erst gesehen, als der Schneefall wieder vorbei war.“

Erhebliche Probleme hatte auch die städtische Aktiv-Bus, die ihre Personenbeförderung stellenweise einstellen musste. „Wir sind an den Steigungen nicht weiter gekommen“, musste Fahrdienstleiter Manfred Schlotfeldt bekennen. Auf der zwar dünnen, aber schnell festgefahrenen Schneedecke hatten die Busse trotz Winterreifen keine Chance. „Wenn sie erst einmal stehen, schmilzt zuerst der Schnee unter den warmen Reifen, und dann gefriert der Film durch den Bodenfrost zu einer Eisschicht.“

Man habe dann den firmeneigenen Unimog losgeschickt, um die liegen gebliebenen Fahrzeuge die Steigungen hoch zu ziehen – zum Beispiel am Munketoft Richtung Campus. Dort hätten zeitweise drei Busse hintereinander gestanden. „Wenn dann noch Lkw quer stehen . . .“, sinnierte Schlotfeldt. Erhebliche Probleme habe es an der Heinrichstraße, an der Bismarckstraße und an der Friesischen Straße gegeben. Wenn die Busse absehbar nicht weiter kommen, dürfen die Passagiere aussteigen, um ihren Weg zu Fuß fortzusetzen.

In einer Wetterlage wie gestern Vormittag schicke man alle verfügbaren Leute – auch aus der Werkstatt – zum Streuen los, um die Busse wieder flott zu bekommen. „Die Busse müssen fahren, das ist unser Hauptinteresse.“ Notfalls gehe er selbst mit hinaus, um zu streuen. Mit Wehmut denkt er an den Elektrobus zurück, den Aktiv-Bus vor kurzem getestet hatte (wir berichteten): „Mit dem Antrieb an zwei Achsen wäre der überall hochgekommen“, ist Schlotfeldt sicher.

Laut TBZ-Sprecher Ralf Leese hatte der städtische Dienstleister mit der ersten Schneeflocke 59 Mann, sieben Groß- und 15 Kleinräumfahrzeuge an der Front – 54 Männer der Frühschicht waren zum Fegen ausgerückt, davon 24 an den wichtigsten Kreuzungen. Stellenweise waren auch Mitarbeiter unterwegs, die Hinweiszettel an Hauseigentümer verteilten, die ihren Räumpflichten nicht nachgekommen waren.

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