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Zukunft der Stadt Flensburg : Verkehr: Alles auf den Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute endet die Bewerbungsfrist für den Masterplan Mobilität - Südermarkt und Schiffbrücke sind zwei von zahlreichen Themen.

Flensburg | Straßenverkehr und Mobilität werden in zehn Jahren anders aussehen als heute – aber wie? Die Bevölkerung wächst, es gibt immer mehr kleine Haushalte, es entstehen große Wohngebiete im inneren Bereich, aber auch am Stadtrand. Durch die rasante Verbreitung des Pedelecs bleibt die Fortbewegung auf zwei Rädern auch für Ältere interessant, zudem verlieren die Steigungen ihren Schrecken. Und das große Klimaziel zwingt die Klimastadt Flensburg ohnehin zum Handeln.

Was also ist zu tun? Diese Frage soll der Masterplan Mobilität beantworten, den externe Experten in eineinhalb Jahren ausarbeiten sollen. Die Stadt hat sieben Büros aufgefordert, sich zu bewerben, heute endet die Bewerbungsfrist. Der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders, geht davon aus, das man Ende März einen Auftrag erteilen kann. Die Stadt lässt sich den Masterplan 160.000 Euro kosten, davon schießt das Land 120.000 Euro zu.

Unabhängig von Prozess und Ergebnis des Masterplans werde man bestimmte Themen vorher angehen – zum Beispiel den von der SPD konkret geforderten Radweg auf dem innerstädtischen Bahndamm. „Das gehen wir jetzt an!“, kündigte Schroeders im Gespräch mit dem Tageblatt an. Der Masterplan werde untersuchen, inwieweit man dem Trend zu einer Verjüngung der Bevölkerung durch andere Mobilitätsformen Rechnung tragen müsse und könne. In anderen Worten: Müsste man nicht den ÖPNV, das Radverkehrsnetz und das Car-Sharing-Angebot ausbauen?

„Wir werden den Individualverkehr untersuchen und dafür das richtige Angebot machen“, so Schroeders weiter. Man werde sich gezielt die Quellverkehre, die Zielverkehre und den Durchgangsverkehr anschauen. „Und wir gucken auch, ob man den Individualverkehr reduzieren kann, durch eine Verbesserung anderer Mobilitätsformen.“

Der SSW möchte die Bürger, aber auch die Politik frühzeitig einbinden – „bevor sich die Masterplaner auf ein Szenario einschießen“, wie Ratsherr Glenn Dierking in einer SSW-Mitteilung fordert. „Wir haben in Flensburg Nadelöhre im fließenden Verkehr, zu wenig Parkplätze für Anwohner, Lücken im Radwegenetz und Probleme im Busverkehr.“ Die Menschen, die sich täglich in Flensburg bewegen, seien schließlich die Experten in Sachen Verkehr.

Auch Schroeders sieht neuralgische Punkte im Straßennetz, zum Beispiel die Zob-Kreuzung, doch letztlich nur werktags zwischen 16 und 18 Uhr.

Weitere Themen im Masterplan Mobilität seien der Südermarkt und die Schiffbrücke, ergänzte Schroeders – auch wenn der SSW davor warnt, sich auf „Projektschnipsel zu fokussieren“. Beim Südermarkt gehe es darum, die Aufenthaltsqualität und Gestaltung zu verbessern, ohne ihn ganz vom Busnetz abzuhängen. Die Fragen, die bei der Schiffbrücke zu stellen sind, sind bekannt: Sollen die Kaiflächen in unmittelbarer Hafennähe tatsächlich als Parkplatz genutzt werden? Könnte die Schiffbrücke durch eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs städtebaulich und touristisch aufgewertet werden? Grundsätzlich gehe man alle Fragen „ideologiefrei an“ und erteilen den Planern einen „wertfreien Auftrag“, so Schroeders.

Der Masterplan Mobilität ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK), in dem viele Teil- und Fachpläne zusammengeführt werden.

 

 

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erstellt am 17.Feb.2017 | 11:19 Uhr

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