Flensburger Grüne : Verjüngung nach Platz 4

Hoffen auf ein weiteres Ratsmandat: (von links nach rechts) Pelle Hansen, Katja Claussen, Julia Döring, Stefan Thomsen, Ellen Kittel-Wegner, Clemens Schmidt.
Hoffen auf ein weiteres Ratsmandat: (von links nach rechts) Pelle Hansen, Katja Claussen, Julia Döring, Stefan Thomsen, Ellen Kittel-Wegner, Clemens Schmidt.

Die Listenaufstellung der Partei belegt die Hoffnungen auf ein noch besseres Wahlergebnis als 2013

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05. Februar 2018, 07:41 Uhr

Um zu begreifen, wie selbstbewusst Flensburgs Grüne zwei Wochen nach dem Sprung Robert Habecks an die Bundesspitze nun in den Kommunalwahlkampf ziehen, musste man bei der Wahlversammlung das Ringen um Listenplatz 6 verfolgen. Mit Marc-Andre Richter, Andreas Zech, Marvin Peters, Bülent Kremser und Christoph Schmidt bewarben sich gleich fünf Mitglieder um Platz 6 auf der Liste. Das bedeutet also, dass Flensburgs Grüne (2013: fünf Sitze im Rat und 12,5 Prozent der Stimmen) sich im Aufwind sehen und ein Ergebnis jenseits von 15 Prozent durchaus zutrauen. Sonst würde das Gerangel um Platz 6 keinen Sinn machen. Am Ende setzte sich hier mit Christoph Schmidt (28) ebenso ein Student durch wie zuvor auf Platz 5 mit Katja Claussen (27) die aktuelle Asta-Vorsitzende der Europa-Universität.

Außer dem ältesten Grünen-Ratsherrn Jochen Gurth, der mit Blumen verabschiedet wurde, obwohl er als Bürgerschaftliches Mitglied im Sozialausschuss weitermachen möchte, bleibt die aktuelle Ratsmannschaft auf den ersten vier Listenplätzen: Fraktionschefin Ellen Kittel-Wegner (52) vor Umwelt- und Planungspolitiker Stefan Thomsen (63), die gebürtige Weißrussin Julia Döring (39, „ich bin ein Tschernobyl-Kind“) und Kultur- und Verkehrspolitiker Pelle Hansen (44). Für die abgelaufene Wahlperiode zählte die Fraktion 125 Anträge zählte, überwiegend eigene.

„Unter den ersten 10 haben wir damit zwei Studierende (Katja Claussen und Clemens Schmidt) und eine Schülerin (Janna Freimark, 18). Zugleich sind unter den ersten 10 fünf bekannte – und fünf neue Gesichter“, bilanziert Kittel-Wegner. Auch die Wahlkreise seien so besetzt, dass man sich gerade in den Innenstadtbezirken gut aufgestellt sehe.

Im 26-seitigen Wahlprogramm „Flensburg tickt anders – weltoffen, ökologisch, sozial und kreativ“ bekennen sich die Grünen dazu, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, allerdings bei gleichzeitigen Schutz der letzten wertvollen Grünflächen der Stadt: Wohnraum in nicht genutzten Gewerbeflächen, Leerstand bekämpfen, Sanieren und Häuser aufstocken sind Rezepte. Im Programm steht auch eine 30-Prozent-Quote für Sozialwohnungen.

In der Verkehrspolitik möchten die Grünen neben zahlreichen Vorschlägen zur Förderung von Rad und Bus auch zwei Parkpaletten an der Flens-Arena und an der Werftstraße, um dann mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren.

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