zur Navigation springen

Langballig : Verhandlungen um Baugebiet gescheitert

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zwei Erschließungsflächen ließen sich bereits nicht realisieren. Mit knapper Mehrheit votiert die Gemeindevertretung nun für die Ausweisung des neues Areals „Lücke“ an der Schulstraße.

Persönliche Befindlichkeiten, ausgeprägtes Misstrauen und unterschiedliche Auffassungen in der Sache führten dazu, dass die Gemeindevertretung Langballig die Bemühungen um die wohnbauliche Erschließung der Fläche „Norderlück“ für gescheitert erklärte. Nun soll ein Schwenk hin zu einem Baugebiet an der Schulstraße vollzogen werden. So sieht es ein mit knapper Mehrheit in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung gefasster Beschluss vor.

Seit 2010 beschäftigt sich die Gemeindevertretung mit dem Ausweisen neuer Wohnbauflächen. Das zunächst angedachte Gebiet „Rönne“ wurde 2013 zugunsten der zentraler gelegenen Fläche „Norderlück“ verworfen. Zu dieser Entscheidung stehen alle Gemeindevertreter noch heute. Über die Einzelheiten der Umsetzung hingegen herrscht seit mehr als zwei Jahren heftiger Streit. Einer achtköpfigen Mehrheit (bestehend aus der CDU-Fraktion und dem stellvertretenden Bürgermeister Walter Bunn, SPD) steht eine siebenköpfige Minderheit (ABL, SSW, SPD) gegenüber. Beide werfen sich wechselseitig Blockadepolitik vor.

Über die Verhandlungen mit Norderlück-Eigentümer Hans Hermann Hansen, der selbst als Investor fungieren wollte, gingen 27 Monate ins Land, bis der unterschriftsreife Entwurf eines Erschließungsvertrages vorlag. Der Abschluss scheiterte an Nachforderungen von Hansen, ebenso ein anschließendes Kaufangebot der Gemeinde. Am 17. Dezember, unmittelbar vor der abendlichen Sitzung der Gemeindevertretung, teilte Hansen mit, er sei sich mit der Treuhänderischen Erschließungsgesellschaft (TEG) Nord einig über den Verkauf der Fläche. Die Gemeindevertretung beauftragte daraufhin Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen, die Verhandlungen aufzunehmen.

TEG-Geschäftsführer Frank Sass, der schon vorher als Planer für Hansen tätig war, sagte im Januar zwei Gesprächstermine kurzfristig ab und teilte mit, er wolle nicht mit dem Bürgermeister allein, sondern nur mit einem größeren Personenkreis sprechen. Diese Bitte veranlasste die Fraktionen von SPD und Aktiver Bürgerliste (ABL) zu dem Antrag, die weitere Vorgehensweise auf die Tagesordnung zu setzen und Sass einzuladen. Das wiederum lehnte der Bürgermeister aufgrund des ihm allein erteilten Mandats ab.

Gleichwohl wurde das Thema im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen. In der anschließend verkündeten Entscheidung erklärt die Gemeindevertretung die Bemühungen um eine Einigung mit der TEG für gescheitert. Die Aufstellungsbeschlüsse zu „Norderlück“ sollen aufgehoben werden. Der Bürgermeister wurde beauftragt, Verkaufsverhandlungen über die wohnbauliche Entwicklung auf einem Flurstück an der Schulstraße mit der Bezeichnung „Lücke“ aufzunehmen. Auf der nächsten Sitzung am 17. März sollen die notwendigen Beschlüsse gefasst werden.

Auf Nachfrage wies CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Mangelsen für die Mehrheit auf fast drei Jahre Verhandlungen ohne Ergebnis hin. Das Vertrauensverhältnis zur TEG sei nachhaltig gestört. Der von ihr vorgelegte Vertragsentwurf weise mehrere Punkte auf, von denen der von der Gemeinde hinzugezogene Jurist dringend abrate. Den Schwenk zur Schulstraße bezeichnete er als „Notbremse, damit Langballig sich in absehbarer Zeit überhaupt noch entwickeln kann“. Die Fraktionsvorsitzenden Kerstin Hansen (SPD), Nils Pfeiffer (ABL) und Sven-Ole Nissen (SSW) sprechen sich als Vertreter der Minderheit mit Nachdruck dafür aus, einen weiteren Verhandlungsversuch mit der TEG zu wagen. „Persönliche Animositäten dürfen keinem vernünftigen Kompromiss im Wege stehen“, hieß es.

Frank Sass teilte schriftlich mit, die TEG habe der Gemeinde keineswegs die Fläche „weggeschnappt“, sondern – ohne Kenntnis der Sitzungstermine – auf eine Anfrage von Hansen reagiert. Sass bekräftigte, die TEG sei „nach wie vor daran interessiert, den Standort ‚Norderlück‘ gemeinsam mit der Gemeinde zu entwickeln“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen