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Flensburger NDB : Vergnüglicher Spuk auf Platt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Pam Valentines „Gode Geister“: Premiere der Niederdeutschen Bühne begeistert das Publikum.

Feiner Witz, ordentlich Spökenkiekerei, kunstvoll ineinander verwobene, simultane Handlungsstränge und amüsante Dialoge schufen eine direkt märchenhafte Athmosphäre im Stadttheater. Mit vielen Vorhängen, rythmischem, teils stehendem Applaus und Jubel bedachte das begeisterte Publikum am Sonnabend die Auftakt-Premiere der neuen Spielzeit bei der Flensburger Niederdeutschen Bühne.

Mit der aus dem Englischen von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen ins Plattdeutsche übersetzten Komödie „Gode Geister“ von Pam Valentine erarbeitete Regisseur Oskar Ketelhut eine ungewöhnliche und anspruchsvolle Thematik. Für die Autorin sei es essentiell, dass sich der Zuschauer mit einer Situation identifiziere und dadurch in eine angenehme Stimmung versetzt werde, heißt es im Programm. Mit der den heiter tiefsinnigen Stoff durchdringenden Aussage „Das Gute siegt“ ist dies Ketelhut mit seiner Inszenierung bestens gelungen. Als für die Lebenden auf der Bühne unsichtbarer „Geist“ Susi Kehlmann sagt Anke Olsen den wie eine Überschrift über allem stehenden Satz: „Leev kann een jümmer spören“.

Spontaner Beifall galt dem von Katrin Reimers geschaffenen zauberhaften Interieur der gedachten Reetdachkate samt Gartenausblick. Die Kostüme entwarf Sandra Pottschien. Im Haus treffen zwei Ebenen aufeinander: Die der Geister in Form des am Himmelstor wegen Atheismus abgewiesenen Schriftstellers Jakob Kehlmann (Sven Misch) und seiner Frau Susi: Beide spielen herausragend. Dazu der skurril resolut gestresste Schutzengel (Heide Bachmann). Nur vom Publikum „gesehen“ mischen sie sich ins Leben der neuen Bewohner: Simon (Lars Petersen), auch Dichter in spe, und Felicitas (Lisanne Goldkamp). Ralf Behrens ist der exaltiert bemühte Makler, Anke Henningsen der Schreck von Schwiegermutter. Geist-Schabernak und witzige Kommentare steigern sich. Vor allem aber wächst das warmherzige Mitfühlen der Geister zu den Jungen. Immer mehr ergreifen sie Partei für das Gute, helfen mit „eingeflüsterter“ Romanfortsetzung, beschwören sie, „keen kostbar Levenstied zu veraasen“: „Genieß den Momang“. Vergnüglich ließ sich dies liebevoll witzige Spukgeschehen genießen.


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erstellt am 13.Okt.2014 | 11:30 Uhr

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