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Urteil in Flensburg : Vergewaltigung auf dem Friedhof: 26-Jähriger zu sechs Jahren Haft verurteilt

vom

Ein Mann missbrauchte eine 23-Jährige schwer. Die Richter stuften die Tat vom April als besonders gravierend ein.

Flensburg | Das Landgericht Flensburg hat einen 26-Jährigen wegen mehrfacher brutaler Vergewaltigung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann im April eine 23 Jahre alte Frau an einem Friedhof schwer missbraucht hat. Sie stuften die Tat als besonders gravierend ein.

Das Gericht folgte weitgehend der Anklage. Der aufgrund von DNA-Spuren überführte 26-Jährige muss außerdem ein Schmerzensgeld von 20.000 Euro zahlen.

Der Mann hatte vor dem Landgericht zugegeben, im April die Frau an einem Friedhof vergewaltigt zu haben. Zuvor soll er sie gewürgt und mit Fäusten ins Gesicht geschlagen haben. Die Frau war am frühen Morgen auf dem Weg zur Arbeit.

Der 26-Jährige erklärte vor Gericht, seine Tat tue ihm leid. Er war nach seiner Darstellung betrunken und hatte Drogen genommen. Nach Einschätzung des Gerichts war er aber voll steuerungsfähig.

Der Mann war eine Woche nach der Tat in seiner Wohnung festgenommen worden. Da das Opfer sofort nach der Tat per Handy die Polizei gerufen hatte, konnten die Beamten umfangreiche Spuren sichern. Die kriminaltechnischen Untersuchungen führten die Ermittler schließlich auf die Spur des Mannes.

shz.de mit einer Chronologie:

8. April 2015: Brutale Vergewaltigung
Am Alten Friedhof in Flensburg wird gegen 6 Uhr morgens eine 23 Jahre alte Frau auf dem Weg zur Arbeit von einem dunkel gekleideten Mann mit großer Brutalität zu Boden geworfen, geschlagen und vergewaltigt. Das Opfer wird zur Behandlung ihrer Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, Angaben zur Tat kann die Frau kaum machen. Weil sie aber sofort nach dem Überfall den Notruf wählt, können umfangreiche Spuren am Tatort gesichert werden. Die Spurensicherung mit Spürhunden dauert bis in den Nachmittag hinein. Die Polizei sucht offensiv nach Hinweisgebern. Pendler und Anwohner, die als Zeugen des Verbrechens in Frage kommen, werden in großer Zahl befragt.

9. April 2015: Öffentliche Fahndung
Da in der Nähe des Tatortes in den Vormonaten mehrere ungeklärte Fälle sexueller Belästigung gemeldet wurden, geht die Polizei von einem Wiederholungstäter aus. Die Behörde verteilt Flyer im Friedhofsbereich, um die Passanten diesbezüglich zu sensibilisieren. 3000 Euro Belohnung werden für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: Männlich, 22-28 Jahre alt, etwa 180 cm groß, dunkel gekleidet. Die Polizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung und betreibt Öffentlichkeitsfahndung über ihre Facebook-Seite: „Noch nie ist diese Seite so stark frequentiert worden“, sagt Pressesprecher Matthias Glamann.

10. bis 12. April 2015: Diverse Hinweise
Es geht eine große Zahl von Hinweisen ein, die auch über länger zurückliegende Taten Auskunft geben. Diese Meldungen erweisen sich für die Tätersuche jedoch nicht als zielführend.

15. April 2015: Tatverdächtiger wird festgenommen
Die Polizei feiert einen schnellen Ermittlungserfolg: Ein DNA-Abgleich beim Landeskriminalamt Schleswig-Holstein führt die Ermittler auf die Spur eines polizeibekannten, in Flensburg wohnhaften Mannes. Der 25-Jährige wird am Abend in seiner Wohnung wegen dringenden Tatverdachtes vom K1 der Bezirkskriminalinspektion verhaftet und vorläufig festgenommen. Er leistet keinen Widerstand.

16. April: Haftrichter erlässt Haftbefehl
Auf Antrag der Flensburger Staatsanwaltschaft wird der mutmaßliche Täter dem Haftrichter des Amtsgerichts vorgeführt. Dieser erlässt Haftbefehl, der Beschuldigte schweigt. „Der Mann ist der Polizei bekannt“, sagt Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt,, „allerdings nicht durch einschlägige Taten.“ Ob der Täter mit den anderen Sexualdelikten in der Friedhofszone etwas zu tun hat, „das wird derzeit überprüft“, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Zwischen August 2014 und Januar war es zu Übergriffen durch Exhibitionisten gekommen. In einem Fall war eine 17-Jährige am 15. Oktober durch einen Unbekannten verfolgt und angegriffen worden. Dank des mutigen Eingreifens eines Zeitungsausträgers wurde der Unbekannte in die Flucht geschlagen. In der Nacht zum 6. Dezember hatte ein Mann auf Krücken eine 19-Jährige ab Schiffbrücke bis auf die Westliche Höhe verfolgt, bevor er sie attackierte. Er hatte nach heftiger Gegenwehr die Flucht ergriffen.

17. September 2015: Anklage
Die Staatsanwaltschaft Flensburg erhebt wegen besonders schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung Anklage gegen den Verhafteten. Dem Mann wird ebenfalls vorgeworfen, bereits 2014 eine Frau angegriffen zu haben.

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erstellt am 19.Okt.2015 | 16:55 Uhr

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