Flensburg : Verbraucherverein ins Eckener-Haus?

Christine Hannemann, Leiterin der Flensburger Einrichtung, wirbt um mehr Unterstützung für den Flensburger Verbraucherschutz.
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Christine Hannemann, Leiterin der Flensburger Einrichtung, wirbt um mehr Unterstützung für den Flensburger Verbraucherschutz.

Flensburger Verbraucherschutz beklagt fehlende Unterstützung der Stadt und bringt das Thema finanzielle Beihilfe auf den Tisch

shz.de von
09. Januar 2018, 06:54 Uhr

Die Flensburger Verbraucherzentrale legt der Stadt Flensburg erneut ein unangenehmes Thema auf den Tisch. Die Beratungseinrichtung – nördlichste von fünf im ganzen Bundesland – macht auf ihre chronische Unterfinanzierung aufmerksam und fordert eine messbare Unterstützung ihrer Arbeit. Ihre Leiterin Christine Hannemann unterbreitet auch gleich einen Vorschlag. „Wie wäre es mit einer mietfreien Unterbringung im Eckener-Haus?“


Offenes Bürgerhaus ideal für Verbraucherthemen

Dieser Vorschlag hat einen kleinen Vorlauf. Im August letzten Jahres hatte Hannemann das seit 2016 (wieder) der Stadt gehörende historische Gebäude in der Norderstraße ins Gespräch gebracht. Anlass waren damalige Überlegungen, das Eckener-Haus als „Offenes Bürgerhaus“ zu gestalten. Das, fand Hannemann, passe hervorragend zusammen mit dem Auftrag und Wirken des Verbrauchervereins, nämlich zum Wohle der Bürger nicht nur in der Stadt, sondern auch der benachbarten Kreise neutral und unabhängig Verbraucherthemen zu beraten und zu behandeln.

Der Vorschlag setzte auf einem Brief vom Juni 2017 auf, in dem Hannemann der Stadt dargelegt hatte, dass die drittgrößte Stadt des Landes die Förderung der Verbraucherzentrale vor 13 Jahren leider ersatzlos gestrichen habe. Bis 2004 nämlich durfte der Verein städtische Räumlichkeiten in der Rathausstraße mietfrei nutzen. Die Räume im Obergeschoss hätten dann aber wegen schlechter Erreichbarkeit aufgegeben werden müssen, ein Ausweichquartier habe die Stadt nicht angeboten.

Seither zahlt der gemeinnützige Verein Geld für Miete. Geld, das in der Ausweitung der Öffnungszeiten oder Aufstockung von Personal besser aufgehoben wäre, findet Hannemann. „Wir sind Anlaufstelle für Verbraucherthemen der gesamten Nord-Region. Wir haben konstant jährlich über 7000 Beratungsgespräche – sogar mit Besuchern von den nordfriesischen Inseln.“

Das finden auch alle gut. Die Flensburger Politik ist voll des Lobes über die Verbraucherzentrale und ihre Bedeutung. Ein Beteiligung an den Kosten dieser Einrichtung freilich findet im Flensburger Rat keine Mehrheit. Mehrheitlich findet Flensburgs Politik, für die finanzielle Auspolsterung der Verbraucherzentralen ist das Land zuständig. Das findet Hannemann bedauerlich. Sie ist nominal mit einer Kollegin auf 22 beziehungsweise 15 Wochenstunden angekommen. Da bleiben viele Fragen offen. Andere Städte lassen sich den Verbraucherschutz vor Ort etwas kosten. Kiel fördert mit 30 000 Euro, Norderstedt mit 10 000 Euro, Heide darf mietfrei beraten. Flensburg steht neben Lübeck am Ende der Skala.

Christine Hannemann würde sich über ein Zeichen sehr freuen. Aber die Zeichen waren nicht eben gut. Ihr freundlicher Brief vom Juni sei mit der Bitte um Beantwortung an Bürgermeister Henning Brüggemann weitergeleitet worden, sagt sie. „Der hat sich bis heute nicht gemeldet.“ Auch der zweite Brief blieb unbeantwortet, eine Nachfrage vom Tageblatt vergangene Woche ergab einen eher unbestimmten Verfahrensstand. „Der Bürgermeister und die Oberbürgermeisterin sind am Thema dran“, teilte Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf mit.

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