Niesgrau : „Ursula Dettmann“ soll Leben retten

Jetzt steht das Seenotrettungsboot „Ursula Dettmann“ in Diensten der DGzRS-Freiwilligen-Station in Gelting-Mole. Darüber freuen sich Birgit und Thilo Heinze (v.li.) sowie der stellvertretende Bremer Vorsitzer Ingo Kramer.
Jetzt steht das Seenotrettungsboot „Ursula Dettmann“ in Diensten der DGzRS-Freiwilligen-Station in Gelting-Mole. Darüber freuen sich Birgit und Thilo Heinze (v.li.) sowie der stellvertretende Bremer Vorsitzer Ingo Kramer.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Gelting-Mole tauft neues Rettungsboot.

shz.de von
26. August 2018, 16:23 Uhr

„Ich taufe dich auf den Namen ‚Ursula Dettmann‘ und wünsche dir und deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine glückliche Heimkehr“, sagte Birgit Heinze. Dabei verhehlte sie nicht, dass es für sie eine Ehre sei, als Taufpatin das Geheimnis um den Namen des neuen Rettungsbootes, das bereits seit Juni dieses Jahres für die Freiwilligen-Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Gelting-Mole im Einsatz ist und sich bereits bewährt hat, lüften zu dürfen. Die „Ursula Dettmann“ ist die Nachfolgerin von „Jens Füerschipp“. Dieses Boot ist außer Dienst gestellt und steht zum Verkauf. Seit 1993 war auf dieses Boot für die 22 Mann und Frau zählende Crew Verlass.

Die Taufe des neuen Bootes war für die seit 1981 bestehende Station ein großer Tag, und so gab es neben dem Lob für stete Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen DGzRS-ler auch großen Dank vom stellvertretenden Bürgermeister von Niesgrau, Erhard Beyer, und dem Bürgermeister von Gelting, Boris Kratz. Desgleichen von der Geschäftsführerin des Sportboothafens Gelting-Mole, Solweig Schöllermann, die um ein weiterhin gutes Miteinander bat.

Mit dem am neuen Seenotrettungsboot angebrachten Namensschild „Ursula Dettmann“ endet die interne Bezeichnung „SRB 71“, wobei die Taufe mit anhaltendem Beifall der Besucher quittiert wurde – und dazu gehörten auch Seenotretter umliegender Stationen, Mitglieder der DLRG und der Feuerwehr, wobei zwei sogar von Helgoland angereist waren. Und das hatte folgenden Grund: Vormann Thilo Heinze ist nicht nur ehrenamtlicher Seenotretter, sondern auch ein Hauptamtler und fest angestellter zweiter Vormann auf dem auf der Insel Helgoland stationierten Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“. Bei seinen zweiwöchigen Diensttörns in der Nordsee wird er daheim bei der Freiwilligen-Station von seiner Frau vertreten – als weiblicher Vormann, denn auch sie ist eine freiwillige Seenotretterin.

Benannt ist das neue Boot nach der 2016 verstorbenen Ursula Dettmann aus Berlin, die die Seenotretter in ihrem Nachlass bedacht hatte – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie einst begeisterte Seglerin vor allem auf der Ostsee war. Dafür zeigte sich Ingo Kramer, stellvertretender DGzRS-Vorsitzer aus Bremen, außerordentlich dankbar und betonte, dass sich die Organisation ausschließlich aus Spenden finanziere. Das neue Seenotrettungsboot, gebaut in der Werft „Tamsen Maritim“ in Rostock, ist ein Schiff der neuesten Generation. Kramer: „Es ist außerordentlich seetüchtig, hat ausgezeichnete Fahreigenschaften und liegt gut im Wasser.“ Es ist mit modernster Technik ausgestattet und mit 380 PS deutlich leistungsstärker als es die „Jens Füerschipp“ war, ist zudem rund zwei Meter länger und einen halben Meter breiter.

Von alledem konnten sich die Besucher des Taufaktes am Liegeplatz im Sportboothafen – musikalisch umrahmt vom Geltinger Shanty-Chor – beim „open ship“ überzeugen. Jetzt können Schiffbrüchige, Erkrankte und Verletzte besser transportiert und an Bord medizinisch versorgt werden.

Ingo Kramer betonte zudem: „Gerne haben wir dem Wunsch der Spenderin, das Boot in Gelting-Mole nach ihr zu benennen, entsprochen. Mit einem Nachlass dieser Art erhält die DGzRS die Freiheit, einer Station ein neues, modernes und sicheres Einsatzfahrzeug zu bieten. Denn unser Ziel ist es natürlich nicht nur, Menschen aus Seenot zur retten, sondern auch, dass unsere Besatzungen von jedem Einsatz heil und gesund zurückkehren.“ Die „Ursula Dettmann“ ist eines von insgesamt rund einem Dutzend Neubauten dieses Typs. Das letzte von ihnen wird 2020 in Dienst gestellt.

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