Unwetter beendet das Solitüdefest

Noch war es trocken - und selbst die ganz Kleinen hatten ihren Spaß auf der Rollbrettbahn. Foto: Möhl (2)
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Noch war es trocken - und selbst die ganz Kleinen hatten ihren Spaß auf der Rollbrettbahn. Foto: Möhl (2)

Und dabei fing es so schön an, die große Familienfeier in Flensburg "för lütte un groode Lüüd"...

shz.de von
17. Juni 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Es war wie jedes Jahr am Strand von Solitüde: Familien aus Flensburg und Umgebung freuten sich auf ein fröhliches und harmonisches Miteinander. 60 Vereine und Verbände mit über 500 Helferinnen und Helfern hatten ein tolles Fest für alle Menschen unserer Region vorbereitet. Es gab eine Spiellinie, eine Wald- und eine Strandbühne.

Polizeioberkommissar Bernhard Stitz, verkleidet mit einer roten Clownsnase und einem kleinen Regenschirm auf dem Kopf, empfing die Kinder mit einem Luftballon vom Weißen Ring. Auf der Waldlichtung hatte das Technische Betriebszentrum Flensburg (TBZ) wieder traditionell die kleinen Besucher zu seiner Mülltonnenrallye eingeladen. Hier geht es um spielerische Aufklärung in Sachen Mülltrennung: Kinder müssen unterschiedliche Gegenstände der richtigen Mülltonne zuordnen. Kulinarische Köstlichkeiten gab es beim Verein "Integration und Bildung in Flensburg e.V.", und beim Jugendzentrum Breedland konnten erste Erfahrungen im Perlenschmuck basteln gesammelt werden.

Auf der unteren Spiellinie hatte das DRK gleich zwei spannende Spiele für die kleinen Besucher aufgebaut: Einen großen Strohhaufen, in dem die Kinder Verbandspäckchen auf Kommando suchen können und einen Parcours, der mit einem gefüllten Wasserglas bewältigt werden sollte. Besonderen Spaß bereitete den jüngsten Besuchern die aufgebaute Rollbrettbahn. Der kleine Maximilian sauste auf seinem Brett - teilweise noch von seinem Vater gestützt - die Bahn jauchzend vor Freude herunter, während die Mutter alles per Kamera festhielt.

Um 15 Uhr wurde das 34. Solitüdefest offiziell auf der Strandbühne eröffnet. "Unseren großen Dank an alle Vereine und Verbände", überbrachte Gesa Görissen, Leiterin vom Haus der Familie, "und vor allem viel Spaß." Christian Dewanger, Stadtpräsident und Schirmherr des Festes, begrüßte alle Besucher und betonte, dass es Kindern beim Spielen egal sei, aus welcher Nation sie stammen. "Dieses Fest hat eigentlich ein sehr gutes Wetter verdient. Ich habe heute extra den dänischen Wetterbericht gefragt, leider sieht es danach nicht gut aus", bemerkte er.

Marianne Hansen, Mitarbeiterin des dänischen Konsulats, hielt ihre Begrüßungsworte zweisprachig: dänisch und deutsch. Sie überbrachte die Grüße des dänischen Konsulats und hob hervor: "Das Fest ist auch Ausdruck über die Zusammenarbeit der Minderheiten und solch eine Zusammenarbeit zeigt einen Weg für unsere heutige Gesellschaft."

Die jungen Mitglieder der DLRG schenkten alkoholfreie Getränke aus, im Zelt des SBV wurden T-Shirts bemalt und beim ADS-Kindergarten Süderbrarup konnten Herzen aus Perlen gebastelt werden. Viele Geschicklichkeitsspiele waren aufgebaut, und wo immer die Kleinen sich ausprobierten, konnten die Eltern und alle übrigen Besucher des Festes sich Kaffee und Kuchen oder auch Herzhaftes wie Grillwurst und dänische Hot-Dogs schmecken lassen.

Die Initiative "Ruf nach Toleranz", Teil einer weltweiten Frauenbewegung, bot in ihrem Zelt allerfeinste orientalische Spezialitäten an. Leider erfüllte sich dann die vom Stadtpräsidenten überbrachte Wetterprognose. Es war gerade 15.30 Uhr, als sich schwere Gewitterwolken von Dänemark über die Förde direkt auf den Strand von Solitüde zubewegten. Erst kleine Windböen, einige Regentropfen, ein leichtes Donnergrollen und kurz darauf begann ein Starkregen.

Die Besucher flüchteten unter Zelte und Bäume, Kinder fingen an zu weinen, wie Blitz und Donner über den Strand zogen. Fast eine halbe Stunde prasselt der Regen auf Besucher und Veranstalter ein. Schirme und Zelte mussten unter den Windböen gehalten werden und der Regen durchnässte viele bis auf die Haut.

Gesa Görissen, tief enttäuscht, war gezwungen, das Fest abzubrechen. "Alles ist nun einfach zu nass und wir dürfen auch die Sicherheit und Gesundheit nicht vergessen."

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