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Astronomie und Weltraumfahrt in Flensburg : Unterwegs mit Rosetta, Hubble & Co.

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anerkannte Wissenschaftler sprechen über ihre Projekte der Weltraumforschung – Rainer Christiansen organisiert die Ringvorlesung an der FH.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 10:31 Uhr

Wie ist die Erde entstanden, was ist außerhalb des Universums und auf welchen Planeten könnte der Mensch leben? Diese Fragen versuchen Astronomen zu beantworten. Vier an internationalen Projekten beteiligte werden von ihrer Arbeit berichten. Diplom-Ingenieur Rainer Christiansen hat die Wissenschaftler an die Fachhochschule Flensburg eingeladen. In vier Vorträgen erfährt die Öffentlichkeit von Strahlenmessungen auf dem Mars, von Kamera-System und Landegerät Philae der Rosetta-Mission und der Mission Hubble-Teleskop.

Herr Christiansen, Sie bieten die Ringvorlesung zu Astronomie und Weltraumfahrt öffentlich an, warum?

Auch außerhalb der Hochschule besteht ein hohes Interesse an Astronomie. Zudem fühlt sich die Hochschule verpflichtet, die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen.

Wen haben Sie eingeladen?

Vier hochkarätige Forscher. Es ist nicht einfach, Wissenschaftler, die noch in Projekten stecken, zu gewinnen. Ich bin sehr froh, dass mir das gelungen ist.

Dr. Holger Sierks hat das Kamera-System Osiris für die Rosetta-Mission mitentwickelt. Was leistet das Optical, Spectroscopic and Infrared Remote Imaging System?

Mit Hilfe von Kameras werden die Oberflächen, der Staub und großflächig die Staub- und Gasspuren untersucht. Die Technik muss die zehnjährige Anreise überstehen und danach noch funktionieren. Große Teile des ESA-Raumschiffs Rosetta sind in Deutschland gebaut worden.

Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt war an der Rosetta-Mission beteiligt. Auf welche Weise?

Er war als Projektmanager bei der Entwicklung und dem Einsatz des Landegeräts Philae dabei. Er wird also aus eigenem Erleben berichten können, zum Beispiel, welche Folgen der ungünstige, nämlich schattige Standort auf dem Kometen 67P auf die Arbeit hat.

Im dritten Vortrag präsentiert Dr. Kai Noeske aus Heidelberg Ergebnisse der Hubble-Weltraumteleskop-Mission. Haben Sie ein Beispiel?

Mit dem Hubble-Teleskop sind Objekte entdeckt worden, die dem Ursprung des Universums sehr nahe kommen. Sie müssen etwa 0,8 Milliarden Jahre danach entstanden sein. Das Universum ist etwa 13,8 Milliarden Jahre alt. Je weiter wir raus gucken, desto weiter schaut man in die Vergangenheit. Unser Weltbild hat sich durch Hubble geändert.

Sie führen das Menke-Planetarium in Glücksburg und sind für Ihre Arbeit dort gerade international ausgezeichnet worden. Warum finden die Vorträge nicht dort statt?

Das Planetarium ist mit seinen 50 Sitzplätzen zu klein. Wir hoffen auf deutlich mehr Publikum und haben den großen Hörsaal in der FH mit 200 Sitzplätzen gebucht. Der Eintritt ist übrigens frei.

Der Vierte im Bunde ist Prof. Robert Wimmer-Schweingruber der Universität in Kiel. Was hat er auf dem Mars entdeckt?

Sein Team hat ein Gerät zur Messung radioaktiver Strahlen, den Radiation Assessment Detector entwickelt. Mit dem wird seit drei Jahren die Strahlung im Gale-Krater gemessen. Dahinter steht die Frage, welche Strahlung der Mensch auf dem Mars ertragen müsste. Ersten Erkenntnissen zufolge ist das Sterberisiko eines Rauchers auf der Erde deutlich höher als das eines Menschen, der einige Zeit auf dem Mars verbringen würde.

Bringt er ein Modell des Gerätes mit?

Das weiß ich nicht, vielleicht ist das möglich.

Was möchten Sie mit dieser Ringvorlesung erreichen?

Wir wollen die Wissenschaft auf die Straße bringen. Als Hochschule möchten wir das Interesse der Menschen draußen, vor allem der jungen Leute an naturwissenschaftlichen Phänomenen wecken. Wir verstehen uns als Teil der Region und fühlen uns mit Flensburg und seiner Umgebung stark verbunden.

Welchen Gewinn haben naturwissenschaftliche Erkenntnisse für den Laien und seinen Alltag?

Die Neugierde des Menschen wird befriedigt. Woher kommen wir, und was hat das lebensnotwendige Wasser auf die Erde gebracht? Dabei spielen Kometen eventuell eine wichtige Rolle. Dort existieren bereits komplexe biologische Strukturen. Planetare Körper wie die Erde sind möglicherweise schon sehr früh mit ihnen geimpft worden. Solche Erklärungen bieten wir auch im Planetarium an und decken damit auch einen Teil des Physik- und Sachkundeunterrichts ab.


Die Termine der Ringvorlesung

22. Oktober, 18 bis 19 Uhr, Dr. Holger Sierks: Rosetta/Osiris-Morphologie und Aktivität des Kometen 67P/Churyumov−Gerasimenko. Sierks arbeitet am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. 

29. Oktober, 18 bis 19 Uhr, Dr. Stephan Ulamec: Rosetta Lander−Philae: Die erste Landung auf einem Kometen. Ulamec kommt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

5. November, 18 bis 19 Uhr, Dr. Kai Noeske: 25 Jahre Hubble-Weltraumteleskop. Noeske ist Mitarbeiter am Haus der Astronomie und am Max-Planck Institut für Astronomie in Heidelberg.

26. November, 18 bis 19 Uhr, Dr. Robert Wimmer-Schweingruber: Von der Kieler Förde zum Mars. Professor an der Universität Kiel. Erhielt diverse NASA-Preise.

Vortragsort: FH-Hauptgebäude Saal  H14

 

 

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