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Flensburger Tageblatt

22. August 2017 | 19:35 Uhr

Schafflund : Unterwegs bei Wind und Wetter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Fahrradgruppe Schafflund geht im Sommerhalbjahr wöchentlich auf Tour und erkundet dabei die Natur- und Kulturschätze der Region.

Schafflund | Dunkle Wolken ballen sich am Himmel zusammen, aber die hartgesottenen Teilnehmer der Fahrradgruppe Schafflund erschienen trotzdem wie jeden Dienstag pünktlich um 19 Uhr am Treffpunkt „Utspann“. Schon in der Woche zuvor hatten sie sich von einem Schauer unterwegs nicht die gute Laune verderben lassen. Ganz im Gegenteil – ein alter Stall bot Schutz und Gelegenheit zum Klönschnack.

Hannemarie Rolfs hat Woche für Woche eine neue Idee für ein Ziel für die Ausfahrten – und das seit nunmehr 29 Jahren. „Von wo kommt der Wind?“ ist eine der entscheidenden Fragen, die sich die Initiatorin beantwortet, bevor sie die abendliche Route über die Geest festlegt, denn die meisten fahren zwar ein E-Bike, aber eben nicht alle.

Worin liegt das Geheimnis dieser außergewöhnlichen Beständigkeit? Ist es der Wunsch nach Bewegung, die Entdeckung immer neuer Orte, die fröhliche Stimmung oder der gemütliche Ausklang nach fast zweistündiger Fahrt? Es ist wohl eine Mischung aus allem, denn immerhin kommen bis zu 20 Teilnehmer zum Treffpunkt – Pioniere der ersten Stunde und „Neuzugänge“.

Gudrun und Theo Thomsen sind vom ersten Tag an dabei: „Wir freuen uns jedes Mal auf den Mai, wenn die Saison beginnt, und genauso schön ist im Herbst der Abschluss mit einem gemeinsamen Frühstück.“ Neben Rundtouren durch die Natur stehen zweimal im Jahr Besichtigungen auf dem Programm: Bauernhöfe, Museen in Jardelund, Handewitt und Osterby oder schöne Gärten wie in diesem Jahr der Rhododendrongarten Rens in Bau. „Ich lerne die erstaunlich schöne Gegend und die Menschen kennen“, sagt Monika Michalke, die erst im Mai aus Flensburg nach Schafflund gezogen ist und sofort in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Und vielleicht erhält sie irgendwann auch das „Gelbe Trikot“, mit dem engagiertes Mitmachen belohnt wird.

Als vor etlichen Jahren vom Amt Schafflund eine Radwanderkarte herausgegeben wurde, waren es Hannemarie und Claus Rolfs, die rund 700 Kilometer gefahren sind, um Pfähle einzubetonieren und das gesamte Wegenetz mit Schildern zu versehen. „Einige dieser Wege kann man aber heute nicht mehr gefahrlos befahren“, beschreiben sie den aktuellen Zustand mancher Strecken. So sei der Weg von Osterby nach Jardelund inzwischen zu weich und sandig. Ein großes Problem an vielen Stellen seien vor allem die Baumwurzeln, die die Teerdecke aufbrechen, wie beispielsweise zwischen Schafflund und Meyn. „Wir fahren nur noch hinten am Schwimmbad entlang“, so Hannemarie Rolfs.

Gern erinnert sich das aktive Ehepaar an den Sommer 1990, als sich die Bärenshöfter und die Schafflunder Gruppe auf dem Hof Nicolaisen auf Hohenmoor trafen, um ihrem Wunsch nach einem sicheren Fahrradweg zwischen Sprakebüll und Schafflund deutlich Ausdruck zu verleihen, hatte es doch dort schon mehrere Unfälle gegeben. Und als nach vielen Jahren tatsächlich der Radweg gebaut wurde, war es wieder Hannemarie Rolfs, die zur Feier des Tages eine große Girlande band.

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erstellt am 11.Aug.2017 | 13:47 Uhr

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