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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 03:58 Uhr

Unterstützung für Ost-Partnerschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 11:21 Uhr

Vor wenigen Tagen ist Martin Meesenburg zurück gekehrt aus Moskau. „Wir haben Mitarbeiter aus der Ukraine: Die verstehen sich mit unseren russischen Mitarbeitern nach wie vor hervorragend – Gott sei Dank“, resümiert der Geschäftsführer des Flensburger Fachhandels für Baubeschläge mit über 100 Mitarbeitern an seinen russischen Standorten von insgesamt 1000 Angestellten.

Natürlich sorgt die Krise zwischen Russland und der Ukraine beim zweiten Pensa-Flensburg-Kongress an der Förde für Diskussionsstoff. Die Premiere der Tagung mit Vertretern beider Städte war Mitte Juni 2013 in Pensa. Zu der russischen Provinzstadt mit einer halben Million Einwohnern pflegt Flensburg seit sieben Jahren zusehends stärkere Beziehungen.

Die Themenkomplexe der dreitägigen Tagung, die heute endet, ergeben sich aus den Hauptakteuren: Die Stadt, die Diako, insbesondere der frühere Arzt Dr. Peter Lorenzen als Initiator des Austauschs, die Europa-Universität Flensburg und die Uni Pensa sowie das Alte Gymnasium Flensburg hieven die Stichworte Universität, Schule, Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit in die dicht gepackten Vortragsreihen. Und sie erklären die wechselnden Treffpunkte – wie: auf dem Campus, im Rathaus oder in der Diako, von wo aus die Kooperation mit der Provinz Pensa über die Krankenhäuser und Ärzte beider Städte ihren Anfang nahm. Das Abschiedsbuffet heute am Welttag der Suizidprävention wird beim Verein Lichtblick in der Schlossstraße aufgetischt, der seit 2000 Menschen in akuten Lebenskrisen direkt hilft.

Zuvor tagt dort die Freundschaftsgesellschaft Pensa – Flensburg. In der Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar haben die Partner aus beiden Ländern eine glühende Fürsprecherin des Austauschs, insbesondere in der Bildung, gefunden. Hoffnung machen auf finanzielle Unterstützung der Stadt konnte Krätzschmar dennoch nicht; die Mittel für Städtepartnerschaften reichten nur „leidlich“ zur Aufrechterhaltung der bestehenden. Umso besser, dass die Kooperation mit Pensa längst auf Freundschaften fußt. Für die Krise in ihrer Heimat macht die im Raum Odessa geborene Stadtpräsidentin fehlendes Fingerspitzengefühl bei EU-Funktionären verantwortlich und betont umso mehr die Bedeutung von Beziehungen wie zwischen Flensburg und Pensa: „Wer miteinander redet und Handel treibt, der wird nicht aufeinander schießen.“

Studenten mit Auslandssemestern und Schulpraktika in beiden Städten, Dozenten-Austausch, Tagungen und Sprachtandems sind die Bilanz, die Professorin Julia Ricart Brede als Pensa-Beauftragte der Europa-Uni nach zwei Jahren der Hochschul-Kooperation ziehen kann. Und für die angestrebte Internationalisierung der Uni verkündet sie noch eine gute Nachricht: „Mit Blick auf die Zusammenarbeit trägt zu deren Stärkung sicherlich auch die Tatsache bei, dass uns für die Jahre 2014 bis 2017 vom DAAD gerade eine Ost-Partnerschaft bewilligt wurde, für die insgesamt 15 000 Euro bereit stehen.“

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