Tarp : Unterricht für kleine Wasserratten

Bürgermeister Peter Hopfstock (im roten Hemd) freut sich mit Sponsoren und Kita-Vertretern über den Unterricht für Schwimmanfänger.
Bürgermeister Peter Hopfstock (im roten Hemd) freut sich mit Sponsoren und Kita-Vertretern über den Unterricht für Schwimmanfänger.

Der Tarper Bildungscampus engagiert sich in der Schwimmausbildung von Kita-Kindern.

shz.de von
08. Juni 2018, 14:22 Uhr

Immer weniger Kinder können schwimmen, wenn sie in die Schule kommen. Das ist bekannt. Um etwas zum Besseren zu wenden, entstand am Bildungscampus Tarp (BiCa) eine Arbeitsgruppe und schnell war der Kontakt zum „Förderverein für das Freizeitbad“ hergestellt, sind hier doch zahlreiche Persönlichkeiten aktiv, die sich auch im BiCa einbringen.

Unter anderen gehört Tarps Bürgermeister Peter Hopfstock dem Förderverein und dem BiCa an. „Unser Ziel ist es, dass alle Kinder, die in die Schule kommen, mit dem Seepferdchen das Anfängerschwimmabzeichen erreicht haben“, sagt er. Nach Prüfung zahlreicher Hindernisse von Haftungs- bis hin zu Personalfragen wurden die Weichen gestellt. Die Idee stieß auf offene Ohren und Türen. Seit Anfang Mai bis zu den Sommerferien bekommen die Tarper Kita-Kinder ihre erste Schwimmausbildung.

Die Gemeindekasse – und hier hat wohl auch der Bürgermeister seine Finger im Spiel – übernimmt die Kursgebühren, und die Transportkosten für die Kinder, die aus verschiedenen Einrichtungen im Ort kommen. Insgesamt sind 54 Jungen und Mädchen dabei, von denen 42 „absolute Nichtschwimmer“ sind, wie Schwimmlehrerin Randy Kablau feststellt.

Judith Detlefsen vom BiCa hatte um Sponsoren geworben und mit Oliver Christiansen von der Team Tankstelle und Sven Haupthoff von Axa-Versicherungen zwei Gewerbetreibende gefunden, die diese Aktion „absolut unterstützenswert“ fanden und die Eintrittskarten bezahlen. Bezahlt werden übrigens Saisonkarten, „damit die Erziehungsberechtigten auch nach dem Kurs noch ohne eigene Kosten ins Bad gehen und Gelerntes weiter vertiefen“, so Judith Detlefsen.

Auch die Vertreter der Kindergärten sind von der Idee und Umsetzung begeistert. „Nur etwa 20 Prozent unserer Kinder können schwimmen“, haben sie festgestellt. Wenn nun die Kleinen nach zehn Wochen mit zehn Übungseinheiten bei Randy und Doris Kablau in die Schule entlassen werden, sind sie „wassergewöhnt“, einige werden sogar das ersehnte erste Schwimmabzeichen haben. Die beiden Ausbilder allerdings waren erstaunt über die fehlenden Vorkenntnisse: „Einige der Kinder waren noch nie irgendwo zum Schwimmen, kannten eine so große Wasserfläche gar nicht.“

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