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Flensburger Sky-Markt : „Unser Protest hat sich gelohnt“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Brand sorgt der Erhalt des Sky-Marktes an der Steinstraße für Erleichterung bei den Anwohnern. Der Wiederaufau hat bereits begonnen.

Die Bewohner der Neu- und Nordstadt jubeln: Sie bekommen ihren Sky-Markt zurück. Nach dem Brand am 26. September an der Steinstraße hatten die Zeichen für einen Wiederaufbau zunächst schlecht gestanden. Relativ zügig, nach Ansicht von Beobachtern etwas vorschnell, hatte die Stadt signalisiert, dass ihre Sanierungsziele für das Viertel mit den Plänen der Coop-Zentrale schwerlich in Einklang zu bringen seien. Das Schicksal des Marktes schien besiegelt. Dass nun alles ganz anders gekommen ist, macht die Kunden glücklich. „Das ist doch prima“, freut sich etwa Renate Delfs, eine Protagonistin des Widerstands. „Unser Protest hat sich gelohnt, man muss sich eben nicht alles gefallen lassen.“

Anwohner hatten etwa 700 Unterschriften binnen weniger Tage gesammelt und vorgelegt. In dem Schreiben wurde die Politik aufgefordert, den Flächennutzungsplan und Rahmenplan Neustadt für das betroffene Areal zu ändern, um die Nahversorgung zu sichern.

Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf indes stellt klar, dass nicht der Kampf der Anwohner auschlaggebend für die Entscheidung der Stadt war („und nicht sein kann“), den Bestandsschutz für den Markt nicht aufzuheben, sondern neue Erkenntnisse nach Gesprächen mit der Kieler Coop-Spitze. „Wir haben keinen Spielraum, was das Baurecht angeht.“ Zudem gebe es das Ziel, Einkaufsmärkte in der Neustadt zu zentralisieren. „Allerdings hat uns der Bürger eindrucksvoll bestätigt, dass der Einkaufsmarkt hier sehr erwünscht ist.“

Wie berichtet, wollte die Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) den Sky-Markt langfristig entfernen, um dort Wohnhäuser zu bauen. Gegenwind gab es aus der die SSW-Fraktion und aus den Reihen der WiF. Teschendorf stellt klar: In der Ausschusssitzung sei es lediglich um die Frage gegangen, ob ein neuer Markt baurechtlich zulässig sei. „Uns ist der Umfang der Schäden lange nicht bekannt gewesen.“ Ursprünglich sei die Stadt davon ausgegangen, dass Coop auf einen Neubau spekuliere. Ein Architekt habe sodann festgestellt, dass die Schäden wesentlich geringer waren als angenommen. Zudem hat ein Prüfstatiker im Auftrag der Stadt in der letzten Woche untersucht, ob die Stabilität des Gebäudes durch die enorme Hitzeentwicklung während des Brandes Schaden genommen habe. Das war nicht der Fall – und damit hatten die Voraussetzungen sich geändert. Denn für einen Wiederaufbau in unveränderter Größenordnung ist keine Baugenehmigung erforderlich. „Insofern gab es auch keine plötzliche und unerklärliche Wende in unserem Entscheidungsprozess. Wir wollten den Markt zu keinem Zeitpunkt verhindern.“

Renate Delfs betont, dass sie und ihre Mitstreiter die Hoffnung auf den Erhalt ihrer geliebten Einkaufsstätte nie aufgegeben hatten. „Wir haben darauf gebaut, dass sich die Stadt unserer Argumentation nicht verschließen kann.“ Auch Wolfgang Schmütz, Wirtschaftsförderer bei der Wireg, blickt zufrieden auf die Tatsache, dass so 60 Arbeitsplätze gehalten werden können. Sky hatte die Mitarbeiter in den letzten Wochen provisorisch in anderen Märkten, auch außerhalb Flensburgs, untergebracht, wo sie nicht zwingend gebraucht wurden. Sie werden sich noch ein halbes Jahr in Geduld üben müssen. Dann können sie wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren – zur Wiedereröffnung im Mai 2015.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 12:30 Uhr

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