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Konflikt auf dem Campus : Uni-Sport verbannt Disc-Golfer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Obwohl sie nur das Freigelände zwischen Universität und Flens-Arena nutzen, sollen die Frisbee-Korbwerfer Mitgliedsbeiträge zahlen.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2014 | 15:15 Uhr

Es ist kaum ein Jahr her, da sind sie als neuester Trend-Sport vom Campus gefeiert worden – die elf Disc-Golfer der „Nordic Spinners“. Das Wurfspiel mit besonderen Frisbee-Scheiben auf Körbe haben sie gemeinsam mit Hochschulsport-Manager Thorsten Ohldag aus Dänemark importiert und gleich den längsten Discgolf-Kurs Deutschlands geschaffen – neun Körbe und Kurse zwischen Flens-Arena und Uni-Neubau. Sogar internationale Turniere hat der Sandberg schon gesehen, zuletzt im Juli mit 74 Discgolfern aus Dänemark und Deutschland.

Doch das Klima zwischen den Trendsportlern und dem Hochschulsportchef hat sich abgekühlt. Die Nordic Spinners fühlen sich auf dem Heimparcours vor die Tür gesetzt: „Wir sind inzwischen seit drei Wochen vom Campus verbannt – über uns hängt das Schwert der Anzeige, wenn wir wieder auf die Körbe spielen würden wegen ’Erschleichung von Leistungen’“, klagt Discgolfer Sascha Görtz.

Ihr Problem: Obwohl sie weder Räume noch Duschen noch Trainer des Hochschulsports nutzen, sollen sie jetzt Tages- oder Semestergebühren zahlen – 15 Euro pro Tag oder 105 Euro pro Semester für Nicht-Studierende. Bislang durften sie den Kurs auf dem öffentlichem Hochschulfreigelände kostenlos bespielen.

Doch nun verlangt der Hochschulsport nicht nur Semesterbeiträge – die Mitarbeiter um Ohldags Stellvertreterin Hanna Winckler kontrollieren den Freiparcours zudem auf der Suche nach nicht registrierten Hochschulsportnutzern.

Mit dem Selbstbewusstsein des Hochschulsports mit den günstigsten Beiträgen in ganz Deutschland erklärt Ohldag dazu: „Der Verein nutzt unsere Anlage, ohne die Bedingungen des Sportzentrums zu erfüllen.“ Das sei so, als gehe man immer umsonst ins Kino oder oder nutze einen Golfkurs, ohne zu zahlen. Außerdem rauchten die Werfer vor der Sporthalle. „Wir sind ein Studentenclub. Mein Team ist sehr irritiert.“ Schließlich sei der Hochschulsport mit seinen 54 Sportarten eine Solidargemeinschaft – ganz gleichgültig, ob man eine Anlage sechs mal am Tag oder einmal pro Woche nutze.

Warum das Sportzentrum die Frisbee-Golfer erst jetzt nach Jahren zur Kasse bitten wolle? „Das hat eine Dimension angenommen, wo wir sagen: Das können wir nicht weiter unterstützen“, findet Ohldag. Die laufenden Kosten der einzigen Außenanlage des Sportzentrums konnte er nicht beziffern.

Als Schwarznutzer wie im Kino oder auf einem privaten Golfplatz sehen sich die Frisbee-Sportler auf dem landeseigenen Campusgelänge indes nicht. „Wir möchten gerne im Winter ein Turnier ausrichten – und auch im nächsten Sommer sind wir einer von fünf Austragungsorten der Deutschland-Major-Tour“, berichtet Discgolfer Görtz: „Wenn wir dafür pro Person eine Tageskarte für 15 Euro bezahlen sollten, können wir uns das Turnier nicht leisten.“

Ob künftig auch noch Schulklassen Ärger zu erwarten haben, die mit der Scheibenkiste des städtischen Kinder- und Jugendbüros auf dem Campus werfen oder Familien, die mit ihren Kindern die mitgebrachte Frisbeescheibe testen? Ohldag schüttelt den Kopf: „Wenn es ein einmaliges Familienereignis ist, werden sie kein Problem bekommen.“

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