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Langballig : „Unewatch“ – digitales Rollenspiel fürs Museum

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Studenten der Hochschule Flensburg entwickelten interaktives System für junge Unewatt-Besucher.

Langballig | Sie soll am Handgelenk wie eine Armbanduhr getragen werden – die „Unewatch“, ein auditiver Museumsführer für Kinder und Jugendliche von sieben bis dreizehn Jahren. Auf den ersten Blick erinnert das Gerät an eine normale Armbanduhr. Die Funktion aber ist eine andere, die nicht einmal mit den herkömmlichen akustischen Museumsführern (Audioguides) vergleichbar ist. Ihre wirklichen Qualitäten zeigt die „Unewatch“ erst, wenn sie in Gebrauch genommen wird, denn sie verwickelt den Nutzer in ein interaktives Hörspiel.

Agenten aus der Zukunft nehmen ihn mit auf eine Zeitreise. Durch Mitarbeit soll er beim Museumsrundgang 24 Stationen, jeweils mit einem besonderen Objekt („Artefact“), anlaufen, dabei Daten sammeln, sie weiterleiten oder löschen und bestimmte Entscheidungen fällen. Am Ende wartet dann eine Belohnung. Damit der Nutzer seine Hände frei hat, trägt er einen drahtlosen Bluetooth-Kopfhörer.

Das Projekt „Unewatch“, das jetzt im Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt vorgestellt wurde, ist das dritte, das im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Hochschule entwickelt wurde. Bereits fertig ist das „Spurenbuch“, ein digitales Angebot für Kinder. Kurz vor dem Abschluss steht der Audioguide „Frau Unne“. Für das Museum ist die Kooperation nach Aussage von Leiterin Inga Latendorf ein Gewinn. „Wir wissen nun, was medial möglich ist und haben dabei die neueste Technik kennengelernt!“

Auf der Seite der Hochschule ist „Unewatch“ als interdisziplinäres Projekt angelegt. Daran beteiligt sind nicht nur drei Studenten des Studiengangs „Medieninformatik“, sondern auch drei Kommilitonen des Bereiches „Internationale Fachkommunikation“, bei dem technisches Übersetzen im Vordergrund steht. Hinzu kommen insgesamt 16 Sprecher für die Sprachen Dänisch, Deutsch, Englisch und Plattdeutsch.

Dozent Simon Roessler, der auch für seine Kollegen Sabine Rammelt und Sascha Heimann sprach, findet aus einem Grund besonders viel Gefallen an dem Projekt. „Hier wird etwas entwickelt, das nicht im luftleeren akademischen Raum bleibt, sondern das wirklich umgesetzt wird und sich in der Realität bewähren muss.“

Dem stimmten die drei beteiligten Programmierer vorbehaltslos zu. Die Übersetzer, die sich normalerweise hauptsächlich mit technischen Texten befassen, sahen sich vor besondere Herausforderungen gestellt, mussten sie doch zum Beispiel Science-Fiction-Elemente, Landtechnik und bäuerliche Umgangssprache mit passenden Begriffen und Formulierungen in den Griff bekommen.

Präsentiert wurde auch das endgültig fertiggestellte „Spurenbuch“. Die für Kinder gedachte Anwendung (App) ist ein digitales Sammelalbum für akustische Spuren – das Klappern des Spinnrades im Marxenhaus oder das Geräusch des laufenden Wasserrades neben der Buttermühle. Dank der Unterstützung der Nospa-Kulturstiftung steht dieses Spiel den kleinen Besuchern auf zehn Tablets zur Verfügung.

Beim Projekt „Unewatch“ müssen noch einige kleine, zumeist technische Probleme behoben werden. Wenn es einsatzreif ist, muss sich das Museum erneut auf die Suche nach großzügigen Sponsoren begeben. Ein Gerätesatz, bestehend aus „Unewatch“ und Kopfhörer, kostet etwa 200 Euro.

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