Freiwilliges Soziales Jahr : Unbezahlbare Erfahrungen

Dominique Lüdtke (links) und Martina Jekat-Reiche vom Flensburger Ökumenischen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen im Großsolter Altenheim.
Dominique Lüdtke (links) und Martina Jekat-Reiche vom Flensburger Ökumenischen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen im Großsolter Altenheim.

Die 19-jährige Dominique Lüdtke macht in einer Großsolter Pflegeeinrichtung ihr Freiwilliges Soziales Jahr.

shz.de von
13. August 2018, 13:14 Uhr

„Das Freiwillige Soziale Jahr war für mich die richtige Entscheidung“, sagt Dominique Lüdtke. Die 19-Jährige absolviert es in der Pflegeeinrichtung „Min to Hus“ in Großsolt. Nach dem Abitur und mit Erfahrungen in der Altenpflege war sie nicht sicher, ob ihr Interesse an der Pflege bedürftiger Menschen auch wirklich ein Berufsziel für sie darstellt. Um Zeit zu haben, das mögliche berufliche Umfeld kennenzulernen, wählte sie das Freiwillige Soziale Jahr.

Dominique Lüdtkes Alltag besteht vor allem darin, Senioren bei alltäglichen Aufgaben, wie Essen, Waschen, Ankleiden und auch bei Toilettengängen zu unterstützen. Aber es gehört mehr dazu: Sie hört den Bewohnern zu und leistet seelischen Beistand. „Die Geschichten und Probleme der Menschen sind sehr unterschiedlich: Viele arbeiteten ihr ganzes Leben und versorgten Eltern, Kinder, Enkel und Ehepartner. Einige leben mit Kriegsereignissen“, erzählt sie.

Neben der praktischen Arbeit besucht Dominique Lüdtke mit weiteren Freiwilligen Seminare im Flensburger ÖBIZ, dem Ökumenischen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen. Dieses vermittelt Grundkenntnisse im medizinischen Bereich und im sozialen Umfeld. Christiane Lorenzen und ihr Team betreuen rund 100 junge Menschen in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in Altenheimen und Krankenhäusern zwischen Husum, Kappeln und Flensburg. Auch wenn am 1. August der neue Freiwilligendienst begann, sind noch freie Plätze vorhanden und können laufend besetzt werden. „Willkommen ist jeder im Alter von 16 bis 26 Jahren, auch ohne Schulabschluss“, betont Lorenzen. „Fast alle Freiwilligen verlassen den Dienst gestärkt und mit mehr Verständnis für andere Menschen.“

Der freiwillige Einsatz wird mit einem Taschengeld und einer sozialer Absicherung entlohnt. Wenig Geld für viel Leistung. Aber das ist nicht alles, denn „das, was man von den Menschen zurück bekommt, ist viel mehr wert, als alles Geld auf der Welt“, sagt die Flensburgerin. Und fügt hinzu: „Der Moment, wenn dir jemand sagt, du seist ein Engel, nur weil du ihm einen kleinen Gefallen tust, ist unbezahlbar.“

Das Freiwillige Soziale Jahr war im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft für sie die richtige Entscheidung. Dominique Lüdtke wird ihren Dienst verlängern, bis ihre Ausbildung als Altenpflegefachkraft in der Großsolter Einrichtung beginnt. Sehr zur Freude von Heimleitung und Bewohnern.



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