Umweltverträgliche Alternative

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08. November 2018, 12:07 Uhr

Angetrieben von dem Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit und der Frage, wie innovative Technologien unternehmerisch erfolgreich umgesetzt werden können, gründete Matthias Matzen am 17. November 2008 seine Firma PULVERLACK MATZEN. Erster Standort war eine angemietete Lagerhalle auf dem früheren Flugplatz Eggebek. Den Anfang machte der Gründer mit einem Mitarbeiter; schnell konnten (oder mussten) jedoch weitere eingestellt wurden.

Das Kerngeschäft war (und ist) die Beschichtung von Werkstücken aller Art aus Metall mit Pulverlacken. Dazu gehören unter anderem Treppen- und Balkongeländer, Fassadenbleche, Zaunelemente, unterschiedliche Objekte aus dem Stahl- und Anlagenbau und vieles mehr, sogar Medizintechnik-Gehäuse. „Alle Teile werden individuell nach Wunsch der Auftraggeber mit Pulverlack versehen, sowohl für Außen wie Innen“, erläutert Matthias Matzen.

Technisch gesehen ist die Beschichtung mit Pulverlack eine Alternative zum Lackieren mit Nasslack. Die Arbeitsschritte? Zunächst werden die Werkstücke durch Sandstrahlen mit australischem Granatsand gereinigt. Falls erforderlich folgt ein Schleifen, zum Beispiel bei Zink, für eine haptisch einwandfreie Oberfläche. Im nächsten Schritt wird im so genannten Pulverbereich eine Grundierung aufgesprüht und eingebrannt. Danach kommt das Farbpulver zum Einsatz, das, ebenfalls aufgesprüht, auf dem Metall dank elektrostatischer Aufladung haftet. „Alle Werkstücke werden über ein Schienensystem von Station zu Station bewegt; abschließend wird der Pulverlack in einem großen ‚Backofen‘ bei 200 Grad Hitze eingebrannt“, erläutert Ralf Althüser, „rechte Hand“ des Firmengründers.

Die Vorteile dieses Verfahrens sind überzeugend: Nach dem Abkühlen sind die Metallteile sofort einsatzbereit, anders als bei Nasslacken arbeitet die Pulverbeschichtung zum Vorteil der Umwelt lösungsmittelfrei. Diese Verfahrensweise ist zudem vergleichsweise kostengünstiger, die Oberflächen strapazierfähiger. Die Kunden profitieren zudem von den Möglichkeiten, mit speziellen Pulverzusammenstellungen hitzebeständige, Graffiti abweisende oder antistatische Oberflächen zu erzeugen. Etwa 300 bis 400 Farben werden vorgehalten, alle RAL-Töne und auch Sonderfarben sind möglich.

Für die überwiegend gewerblichen Kunden bietet der große Ofen raummäßig reizvolle Möglichkeiten: Er fasst Bauteile bis acht Meter Länge, drei Meter Höhe sowie 180 Zentimeter Breite und bis zu einem Höchstgewicht von anderthalb Tonnen. „Damit erfüllen wir durchaus industrielle Ansprüche“, versichert Matthias Matzen.

Als so genannter Lohn-Beschichter arbeitet sein Unternehmen für zahlreiche Auftraggeber aus der Region, aber auch für Kunden aus Hamburg und in Esbjerg. Mehrere Mitarbeiter sprechen Dänisch. Das Team ist insgesamt 21 Köpfe stark, neben Matthias Matzen gehören Partnerin Nadine Zimmer und Ralf Althüser zur Geschäftsführung. Die Firma bildet zudem Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik sowie Kaufleute fürs Büro-Management aus. Alle Mitarbeiter sind gut geschult, außerdem achtet das Unternehmen darauf, technologisch immer auf der Höhe des Entwicklungsstands zu sein – so bietet es ab dem kommenden Jahr neu einen größeren ‚Reinigungsofen‘ nach dem Pyrolyse-Prinzip zum „Entlacken“ bereits vorbehandelter Bauteile an.

Vor einem Jahr hat PULVERLACK MATZEN in eine größere Halle im Gutenbergring 5 in Tarp investiert, die nach eigenen Ideen für eine optimierte Fertigung ausgerüstet wurde. „Aus Anlass unseres 10-jährigen Bestehens danken wir unseren (Stamm)Kunden für die langjährige Treue, unserem Mitarbeiterteam für sein Engagement und unseren Geschäftspartnern für die gute Zusammenarbeit“, sagt das dreiköpfige Führungsteam.


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