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Insolvenz in Flensburg-Weiche : Ultratroc: Spezialist für Kältetechnik in der Insolvenz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Großkunde aus den USA springt ab: Hamburger Insolvenzverwalter sucht nach Möglichkeiten zur Rettung

Knall auf Fall kam der Absturz: Weil ein Großkunde aus den USA weggebrochen ist, blieb der Geschäftsführung des Unternehmens Ultratroc in Flensburg-Weiche gestern nur der Weg in die Insolvenz. Die gute Nachricht für die 33 Mitarbeiter: Der Betrieb geht zunächst weiter.

Ultratroc, hervorgegangen aus dem Unternehmen Sabroe, ist ein Spezialhersteller von kombinierten Kühl- und Trocknungsanlagen mit einem weltweiten Absatzmarkt. Symbol im Firmenlogo: der Eisbär. Wegen der technischen Speziallösungen fanden Kunden immer wieder den Weg nach Flensburg.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte bestellt. Er teilt mit: „Der Geschäftsbetrieb von Ultratroc wird zunächst unverändert fortgeführt. Die Gehälter der 33 Beschäftigten sind bis zum 30. September durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.“

Borchardt hat nach eigener Schilderung mit seinem Expertenteam bereits eine betriebswirtschaftliche und insolvenzrechtliche Bestandsaufnahme begonnen und sondiert nun parallel den globalen Markt für Kältedrucklufttrockner. Optionen für das norddeutsche Hightech-Unternehmen könnten eine Sanierung oder die Übernahme durch einen Investor sein.

„Ultratroc ist in seinem Segment ein Hidden Champion. Dank hervorragender Technologie und einer motivierten Belegschaft hoffe ich, dass wir zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter eine für die Gläubiger und Beschäftigten gute Lösung finden werden“, sagt der Flensburger Rechtsanwalt und Ultratroc-Sanierungsberater Hans Köster aus der Kanzlei Jensen Emmerich.

Betroffen von der Nachricht der Insolvenz zeigte sich der Vorsitzende der IG Metall, Michael Schmidt. Er ist sich nach Informationsgesprächen sicher: „Der Insolvenzverwalter werde alle Möglichkeiten sondieren, eine gute Lösung für den Fortbestand der Firma zu finden.

„Und es lohnt sich“, betont Schmidt. Die 33 Mitarbeiter von Ultratroc seien eine hochmotivierte und hochspezialisierte Truppe, die zu ihrer Firma stünden. Dies habe sich etwa in Tarifverhandlungen gezeigt. Die Mitarbeiter hätten keine höheren Gehälter gefordert – „da war sowieso nichts zu holen“. Sie hätten sich bei Arbeitszeit und Urlaubsregelung flexibel gezeigt.

Die Spezialisierung, das Können und das Fachwissen reichen so weit, dass ein präzise arbeitendes Team entstanden sei. Es seien alles Facharbeiter und Ingenieure, die mit ihrem Wissen und ihrem Können aufeinander angewiesen seien. Michael Schmidt: „Da darf keiner fehlen.“

Ob das Unternehmen aus eigener Kraft den Weg aus der Insolvenz finde, könne er jetzt noch nicht beurteilen, sagte Schmidt weiter. Nach seiner Einschätzung wäre der Einstieg eines Finanzinvestors eine gute Möglichkeit zur Rettung. Er könne sich vorstellen, dass die Verkaufsstruktur von Ultratroc noch eine Überarbeitung vertrage.

In drei, vier Wochen werde er wieder Gespräche führen. Er hoffe, dass dann Wege aus der Krise sichtbar werden.

 

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erstellt am 19.Jul.2017 | 05:48 Uhr

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