Handewitt : Überraschender Wahlausgang

Der neue Bürgervorsteher mit Vorgänger: Wolfgang Hennig (r.) und Bruno Lorenzen.
Der neue Bürgervorsteher mit Vorgänger: Wolfgang Hennig (r.) und Bruno Lorenzen.

Wolfgang Hennig ist Handewitts neuer Bürgervorsteher.

shz.de von
27. Juni 2018, 13:36 Uhr

„Wer für mich ist, hebe jetzt die Hand.“ Alle 24 Gemeinderäte folgten diesem Aufruf von Wolfgang Hennig, der damit zum neuen Handewitter Bürgervorsteher gewählt wurde. Diese etwas ungewöhnliche Konstellation wurzelte in der Gemeindeordnung. Drei Tage vor seinem 70. Geburtstag hatte Wolfgang Hennig (SPD) als ältestes Mitglied des Ortsparlaments die konstituierende Sitzung zu leiten – die eigene Wahl mit eingeschlossen.

Das Ergebnis kann durchaus als Überraschung gewertet werden. Schließlich errang die SPD bei der Kommunalwahl im Rennen der fünf Parteien die wenigsten Stimmen und nur drei Mandate. Das Vorschlagsrecht für das Amt des Bürgervorstehers lag bei der CDU. „Wir hatten auch zwei Kandidaten, aber für beide waren Beruf und Familie nicht vereinbar“, sagte Marx Plagemann. Der Handewitter CDU-Vorsitzende brachte Wolfgang Hennig ins Spiel. Das Urgestein der Kommunalpolitik, das seit 1991 im Gemeinderat sitzt und seit 1998 einen Ausschuss führte, sagte nach einer mehrtätigen Bedenkzeit schließlich zu.

Vier Fraktionen konnten sich sofort mit dem CDU-Vorschlag anfreunden. Nur die KWG zögerte. Sie war mit Gerhard Beirer als potenziellen Bürgervorsteher in den Wahlkampf gegangen, musste aber spätestens am letzten von vier Abenden, an denen die Friedensliste ausgearbeitet wurden, erkennen, dass ihr Kandidat keine Mehrheit genoss. Gerhard Beirer war zwar als stellvertretender Bürgervorsteher vorgesehen, verzichtete dann aber auf sein Mandat. Wohl aus Enttäuschung.

Die Stellvertreter-Funktion übernahm Brigitte Erichsen (KWG), während Per Wietz (SSW) als zweiter stellvertretender Bürgervorsteher die Zustimmung erhielt. Friedrich Reese, erst drei Wochen zuvor als Gemeinderat verabschiedet, rückte für Gerhard Beirer über die KWG-Liste nach und wurde sofort als zweiter stellvertretender Bürgermeister vereidigt. Als erster Stellvertreter des Verwaltungschefs Thomas Rasmussen wurde Marx Plagemann gekürt.

Auch bei den Gremien hatte die CDU das Erstzugriffszurecht und entschied sich für den Schul- und Sportausschuss, der von Marx Plagemann geleitet wird. Amtsinhaber Klaus Neitzel (KWG) wechselte deshalb in den Planungs- und Umweltausschuss. Helga Knaack (Hauptausschuss), Jan Philip Schütze (Finanz- und Wirtschaftsausschuss), Sönke Thomsen (Infrastrukturausschuss), Jan Christiansen (Sozial- und Kulturausschuss) und Bendix Thomsen (Rechnungsprüfungsausschuss) führen die anderen Ausschüsse.

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