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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 11:11 Uhr

Schleswig-Flensburg : Überraschender Geldsegen

vom

Einnahmen aus Eon-Hanse-Beteiligung deutlich höher als erwartet.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 07:14 Uhr

Schleswig-Flensburg | Rund 230 000 Euro werden im neu gewählten Kreistag ab Juni überraschend zur Verteilung anstehen - Geld, mit dem bei der Haushaltsgestaltung nicht gerechnet worden war. Die Ausschüttung aus der Eon-Hanse-Beteiligung (ehemals Schleswag) des Kreises für das vergangene Jahr ist deutlich höher ausgefallen als erwartet. Nach bisherigem Prozedere werden die Dividenden je zur Hälfte auf den Servicebetrieb und die Kulturstiftung verteilt. Insbesondere im Kulturbereich, der in den Sparrunden der vergangenen Jahre gehörig geschoren wurde, dürfte das Geld im nach der Wahl neu zusammengestellten Kulturausschuss für Diskussionen sorgen.

"Ein schöner Betrag, der sicher Begehrlichkeiten weckt", kommentierte Kulturausschuss-Vorsitzender Hans-Werner Johannsen (SPD) in der letzten von ihm geleiteten Sitzung, bevor er sich gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Rita Höck (CDU) mit Schnittchen von den Kollegen verabschiedete. Beide ziehen sich aus der Kreispolitik zurück und machen Platz für Jüngere. Insgesamt schüttete der Energieversorger für die Kreisbeteiligung 1,493 Millionen Euro aus, fast 750 000 Euro für die Kultur.

Das Thema Dividenden hätte die Fraktion Die Linke auch gern noch von einer anderen Seite beleuchtet, wurde jedoch von der Ausschussmehrheit abgeblockt. Eon-Hanse will sich wie berichtet zukünftig auf den Netzbetrieb konzentrieren und das Vertriebsgeschäft an Eon abgeben. In den elf Kreisen, die zusammen knapp 26 Prozent der Anteile an Eon Hanse halten, will man vor allem die Frage der Unternehmensbewertung geklärt wissen. Geplant sind Sonderausschüttungen für drei Jahre über maximal 60 Millionen Euro und die Erhöhung der Kreisanteile auf 33 Prozent.

Wie sicher sind die Renditen, wenn Eon Hanse grundlegend umstrukturiert wird? Auf diese Frage hätten sicher auch die anderen Fraktionen gern eine Antwort. Doch sie verweisen darauf, dass über die Kreisbeteiligung bislang nur im Hauptausschuss hinter verschlossenen Türen gesprochen wurde und dieses Thema in einem Sonderkreistag am 12. Juni behandelt werden soll.


Schülerzahlen brechen ein



Einen Blick in die Zukunft wagte Winfried Paasch vom Schulamt - einen weniger erfreulichen Ausblick auf das, was den künftigen Kreistag bildungspolitisch beschäftigen wird. Weil die Zahl der Grundschüler seit Jahren sinkt, werde der demografische Wandel in den kommenden Jahren auch auf die Gemeinschaftsschulen und zu solchen umgewandelte Regionalschulen durchschlagen. Daraus werde sich für die Politik Handlungsbedarf ergeben. Er erinnerte daran, dass die Zahl der Erst- bis Viertklässler seit 2004 um 25 Prozent zurückgegangen sei. "Das schlägt so langsam durch", so der Schulexperte - etwa auf die vorläufigen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr.

Allein bei fünf der zwölf bestehenden Gemeinschaftsschulen im Kreis waren bis zum 12. April weniger als 60 Kinder angemeldet, an drei von vier Regionalschulen lag die Anmeldezahl sogar unter der kritischen Grenze von 45 Kindern. Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre werde sich daran bis zum Schulstart auch nicht mehr viel ändern, prognostizierte Paasch. Die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung und deren Abstimmung mit Flensburg wird nach Meinung von Schulpolitikern eine wesentliche Herausforderung für den nach dem 26. Mai neu gewählten Kreistag werden.

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