Kliniken in Flensburg : Über 80 Millionen Euro für Flensburger Krankenhäuser

Große Pläne auf der Westlichen Höhe: Das St. Franziskus-Krankenhaus (vorne links) und die Diako (rechts in der Mitte) nördlich des Marienhölzungswegs (rechts).
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Große Pläne auf der Westlichen Höhe: Das St. Franziskus-Krankenhaus (vorne links) und die Diako (rechts in der Mitte) nördlich des Marienhölzungswegs (rechts).

Baukostenzuschüsse vom Land für Diakonissenanstalt und St. Franziskus-Hospital sowie Katharinen-Hospiz

shz.de von
29. März 2017, 10:29 Uhr

Das Land gibt mehr Geld für sanierungsbedürftige Kliniken. Mit Baukostenzuschüssen in Höhe von 157 Millionen Euro für den Zeitraum bis 2024 will Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) den Sanierungsstau abbauen. Sie sprach gestern von einem „wichtigen Schritt für die Zukunft der Krankenhäuser im Land“. Mehr als die Hälfte davon soll in die Flensburger Krankenhäuser Diako (54 Millionen), St. Franziskus (25) und das Katharinen-Hospiz (2,5) fließen.

Auf etwa 554 Millionen Euro hat die Landesregierung den Investitionsstau in den Krankenhäusern allein bis 2030 beziffert. Alheit geht davon aus, dass dieser Stau im Laufe der Legislaturperiode schon leicht abgebaut werden konnte, um wie viel Millionen vermochte sie aber nicht zu sagen. Regulär stellt die Landesregierung 50 Millionen Euro pro Jahr für Modernisierungen der Krankenhäuser bereit, die von den Kommunen mitfinanziert werden müssen. Mit Hilfe des Sonderprogramms Krankenhaus in Höhe von 65 Millionen Euro und dem Infrastruktur-Programm („Impuls“) seien die Fördermittel für Bauprojekte deutlich aufgestockt worden, so die Ministerin. Aktuell befinden sich 50 Bauprojekte in der Realisierungsphase. Insgesamt sollen 16 Vorhaben mit dem 157-Millionen-Paket ermöglicht werden. Das meiste Geld fließt nach Flensburg. Allein für den ersten Abschnitt des Neubaus der Diako stehen 54 Millionen Euro bereit. Die Gesamtkosten betragen dort etwa 128 Millionen Euro.

Nach ein- bis zu zweijähriger Planung wird nun an der Diako ein Millionen-Bauprojekt angeschoben, das bis mindestens 2025 Abriss und Erneuerung in Raten bringen wird. Rektor Wolfgang Boten macht die historische Dimension der Planungen deutlich: „Das ist das größte Projekt in der 143-jährigen Geschichte der Diako.“

Mit 2500 Diako-Mitarbeitern und 1100 Maltesern stellt der Flensburger Klinik-Verbund nicht nur den wichtigsten Krankenhausstandort nördlich der Uni-Klinik Kiel. Mit 3600 Beschäftigten in den Klinik- und Pflegeeinrichtungen bilden sie den mit Abstand größten Beschäftigungsfaktor in Flensburg. Doch große Teile der Bausubstanz der beiden wachsenden Häuser auf der Westlichen Höhe sind in die Jahre gekommen. Die Diako ist seit 1874 am Standort, das St. Franziskus seit 1902.

Trotz des Investitionsstaus muss sich laut Alheit aber kein Patient Sorgen machen: „Gute medizinische Versorgung ist überall gewährleistet. Sie können überall hingehen bei uns.“ Der chronische Geldmangel der Kliniken schlage sich vor allem in einem hohen Anteil an Mehrbett-Zimmern nieder und in langen Wegen für das Personal aufgrund der alten Bausubstanz in einigen Häusern. Leitartikel Seite 2


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