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Unterstützung für Flensburger Wochenmarkt : Über 1300 Unterschriften an nur einem Vormittag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kunden wollen ihren Markt am traditionellen Platz in der Adventszeit erhalten

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 06:24 Uhr

Boy Gondesen wirkte schwer getroffen. „Ich bin geknickt“, räumte er gestern Mittag ein – und seine Miene sprach Bände. Bis zuletzt hatte der Vorsitzende des Wochenmarktvereins um einen Verbleib seiner Mitstreiter am Südermarkt gerungen. Doch die Front, gegen die er ankämpfte, war zu stark.

Das wurde bei einem Gespräch mit allen Betroffenen im Rathaus deutlich, das im Kern den Status quo abbildete, der sich zuvor schon abgezeichnet hatte. Da halfen auch die gut 1300 Unterschriften nicht mehr, die allein am Mittwochvormittag auf dem Wochenmarkt zusammengekommen waren. Der Rückhalt der Kunden, die für den Verbleib des Wochenmarktes an seinem angestammten Platz „vor allem auch in der Weihnachtszeit“ votieren, ist enorm.

Doch es bleibt dabei: Der Markt wird vom Südermarkt in die Große Straße verbannt – gegen den Willen der Händler. Auch wenn Bürgermeister Henning Brüggemann nach dem Treffen das Fazit zog: „Man hat Verständnis füreinander aufgebaut.“ Gondesen klang da ganz anders. Er sei sehr enttäuscht über die Entwicklung. Mit Blick auf 2018 sagte er: „Wir geben nicht auf!“

Doch kann man aus Sicht der Marktbeschicker überhaupt positiv in die Zukunft blicken? Man wolle sich perspektivisch Gedanken machen, versprach Brüggemann. Um sogleich hinzuzufügen, dass die Option Angelburger Straße wegen des Busverkehrs nicht realisierbar sei.

Der Bereich Südermarkt / Friesische Straße sei der zweitwichtigste Knotenpunkt nach dem Zob, ergänzte Aktivbus-Chef Paul Hemkentokrax. Wenn er Möglichkeiten für eine Umleitung sehen würde, hätte er das längst zum Ausdruck gebracht, sagte er. „Wir wollen jedoch alles dafür tun, für den Wochenmarkt zu werben, den Fahrgästen vermitteln, welche Stände in der Großen Straße man über welche Haltestelle erreichen kann.“

Auch die Tourismus-Agentur Flensburger Förde (Taff) möchte die neue Situation nach Kräften durch Flyer und Plakate transparent machen. Die Stadt spricht gar von einer Marketing- und Kommunikationskampagne.

Gondesen hat trotz allem Bedenken: „Die Kundenströme werden uns nicht automatisch folgen“, meinte er. „Die Verlegung macht nicht jeder mit, vor allem ältere Leute nicht.“ Taff-Geschäftsführer Gorm Casper legte Wert auf die Feststellung, dass sein Zitat „Wenn einer umfällt, fallen alle um“ nicht auf die Stände, sondern auf die Menschen gemünzt sei, die sich in den vergangenen Jahren durch die drangvolle Enge des Südermarkts in der Adventszeit bewegt hätten. „Sicherheit ist da nicht mehr zu gewährleisten.“ Die Idee, den Weihnachtsmarkt auf den Nordermarkt zu verlagern, hält er für „schwer darstellbar“.

Brüggemann warb mit Engelszungen für einen Schulterschluss aller Beteiligten. „Aber jede Veränderung“, stellte er fest, „ist schwer zu vermitteln.“ Boy Gondesen indes ließ sich nicht erweichen. „Wir gehen nicht freiwillig“, gab er zu Protokoll. „Aber als Geschäftsleute halten wir uns an die Regeln.“

 

 

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