Phänomenta Space Flensburg : Turbo für kleine Technik-Freaks

Aha-Erlebnis! Hier werden Mini-Taschenlampen hergestellt. Anleiter Martin Pansuch zeigt wie’s geht – zum sichtlichen Vergnügen von Clara und Anouk (li.).
Aha-Erlebnis! Hier werden Mini-Taschenlampen hergestellt. Anleiter Martin Pansuch zeigt wie’s geht – zum sichtlichen Vergnügen von Clara und Anouk (li.).

Arbeitgeberverband und Handwerkskammer pumpen gemeinsam 90 000 Euro in Phänomenta Space

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27. Februar 2018, 07:06 Uhr

Roboter, die als Sumo-Ringer gegeneinander kämpfen und selbstständig Ostereier bemalen können. Stickmaschinen, die T-Shirts verschönern. Blumenvasen, die von einem 3D-Drucker verziert werden. Das alles und noch viel mehr entsteht in der Phänomenta Space.

Seit September letzten Jahres gibt es den Raum für digitale Technik, der sich primär an Kinder und Jugendliche wendet und sich gut einsehbar schräg gegenüber dem Hauptgebäude des Science Centers in der Norderstraße befindet. Und damit das Programm stetig erweitert und attraktiver gestaltet werden kann, haben Unterstützer tief in die Tasche gegriffen. Der Arbeitgeberverband Flensburg, Schleswig, Eckernförde hat jetzt eine Finanzspritze von 30 000 Euro, verteilt über drei Jahre, bewilligt, die Handwerkskammer lässt sich die Förderung des Nachwuchses gar das Doppelte kosten.

Mit 90 000 Euro lässt sich allerhand bewerkstelligen. Das weiß auch Michael Kiupel, Vorsitzender des Trägervereins der Phänomenta Flensburg. „Hier werden Technikaffinität erreicht, Talente gefördert und Berufsperspektiven aufgezeigt“, sagt er gestern. Mit dem sich nun neu ergebenden finanziellen Spielraum wolle man die Möglichkeiten des Space weiter entwickeln. Verkörpert wird die Neuausrichtung in der Person von Martin Panusch, der laut Kiupel sowohl über profunde technische Kenntnisse als auch über Qualifikationen im didaktischen Bereich verfügt. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Satz „vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“ auch und insbesondere für seine Schützlinge gelte. „Manche erwarten, dass ein Roboter ihm sofort ein Spielzeug schenkt. Doch bevor auch nur ein Drucker funktioniert, muss man ihn erstmal einrichten.“ Das erfordere Geduld. „Insbesondere bei dreidimensionalen Aufgaben macht sich bisweilen Frustration breit.“ Doch das Spektrum an Aufgaben ist in der Phänomenta in Form von Projekten und Workshops breit gestreut. Mit dem von Martin Panusch entwickelten Space-Programm will man Menschen an moderne digitale Technologien heranführen. „und sie sollen lernen, selber damit umzugehen.“ Das gilt übrigens nicht nur für Schulklassen, sondern auch für deren Lehrer.

Fehlenden technischen Nachwuchs beklagen unisono Arbeitgeberverband und Handwerkskammer. Deren Geschäftsführer Udo Hansen sagte: „Viele verlassen verunsichert die Schule – und dann studieren sie.“ Bei fast zwei Dritteln Studienabbrechern handele es sich „um die teuersten Ausbildunsplätze, die wir uns leisten“. Fabian Geyer ergänzte, dass sich die Phänomenta Space von einer „Rumpelkammer zu einem modernen Techniklabor“ entwickelt habe und lobte diese Form der Professionalisierung „über ein reines Museum hinaus“. Andere Länder seien indes noch weiter und hätten in diesem Bereich bereits kräftig investiert. „Hier müssen die Akteure Vollgas geben. Das haben leider noch nicht alle verstanden.“

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