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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 14:15 Uhr

Bahndamm-Pläne : Tunnel-Träume werden begraben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

SSW-Ratsfraktion möchte das Provisorium an der Heinrichstraße zu einer dauerhaften Einrichtung für Fußgänger und Radfahrer ausbauen

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 08:00 Uhr

War’s das für ein Lieblingsprojekt der Flensburger Fahrrad- und Fußgängerlobby? Der SSW möchte den geplanten und beschlossenen Tunnel im Bahndamm an der Heinrichstraße begraben und das seit Sommer 2013 installierte Provisorium dauerhaft festigen. Dort wurde seinerzeit eine Spur in Fahrtrichtung Deutsches Haus weggenommen und als Verbreiterung des ultraschmalen und gesperrten Fußwegs gestaltet, den jetzt Passanten und Radfahrer in beide Richtungen benutzen dürfen.

„Wir haben eine gefährliche Situation entschärft, indem wir die Straße zugunsten des Fußgängerwegs verkleinert haben“, sagt SSW-Ratsherr Glenn Dierking. „Wer heute unter der Eisenbahn zum Hafermarkt zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs ist, kann das bequem tun, ohne die Straßenseite zu wechseln. Die pragmatische Lösung hat sich bewährt und wird gut angenommen. Darum sollten wir jetzt fest installierte Führungselemente errichten.“ Der SSW wird auf der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 18. Februar beantragen, die Übergangslösung an der unteren Heinrichstraße „bautechnisch zu ertüchtigen“.

Die Initiative wird vermutlich auf offene Ohren stoßen. „Eigentlich will doch keiner den Tunnel bauen“, sagt Axel Kohrt (SPD), Vorsitzender des Ausschusses, gegenüber dem Tageblatt. Wichtig war die Frage, ob die Wegnahme einer Spur zu langen Staus oder gar einem Verkehrschaos führen werde. Das ist bislang ausgeblieben – auch, als die Straße Adelbylund nach monatelangen Bauarbeiten wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet worden war.

Seit Jahren geistert der teure Tunnel – geplante Kosten: 750 000 Euro – durch die verkehrspolitische Diskussion. Er gehört zum Gesamtpaket der Umgestaltung von Angelburger Straße, Heinrichstraße und Hafermarkt und ist darin der letzte Baustein. Aufwind bekam er, als 2012 die Straße unter der Bahn fertig wurde und alle sich angesichts eines nur wenige Dezimeter breiten Gehwegstreifens verwundert die Augen rieben. Als der dann noch per Verkehrsschild gesperrt wurde, geriet das Ganze zur Lachnummer: Flensburg war wieder stark Schilda-verdächtig – und leichtsinnige Fußgänger und Radfahrer begaben sich hier in Gefahr. Aus der Politik kam der Vorschlag, eine Fahrspur von der Straße wegzunehmen.

„Das Technische Betriebszentrum wird in den nächsten sechs Monaten den Verkehrsfluss weiter beobachten“, sagt dessen Sprecher Ralf Leese. Dabei stehe das TBZ einem Verzicht durchaus positiv gegenüber, weil es zur Zeit keine Probleme mit dem Verkehrsfluss gibt. Dies werde auch von den Verkehrsbetrieben bestätigt.

Auch der ADFC kann mit der heutigen Lösung leben. „Wir sehen in der provisorischen Lösung kein Problem für die Radfahrer“, sagt Wolf-Dietrich Klett, Gründungsmitglied der Ortsgruppe Flensburg. „Das Geld könnte man sicher auch für andere Projekte gut ausgeben“, ergänzt ADFC’ler Jens Thiesen und erwähnt die Radler-Schnellstrecke Kielseng und die Verbesserung der Situation an der Hafenspitze.

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