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Prozess in Flensburg : „TÜV“-Fälscher schweigt zu Beginn des Berufungsprozesses

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Der Mann wurde in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt.

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 13:08 Uhr

Flensburg | Ein vom Amtsgericht Schleswig zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilter „TÜV“-Fälscher hat am Montag zu Beginn des Berufungsprozesses keine Aussagen zum Tatvorwurf gemacht.

Der 50 Jahre alte Mann aus dem Kreis Schleswig-Flensburg ist im Februar 2016 in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden, weil er zwischen 2006 und 2011 in 120 Fällen Haupt- und Abgasuntersuchungen von Kraftfahrzeugen verschiedener Prüforganisationen gefälscht hatte. Dafür habe er von den Fahrzeughaltern zwischen 100 und 150 Euro erhalten. Gegen das Urteil legten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Rechtsmittel ein.

Da es sich bei dem neuen Prozess am Landgericht Flensburg um ein Berufungsverfahren handelt, wird die Beweisaufnahme wiederholt. Es sei so, als ob es das erste Verfahren nicht gegeben habe, sagte der Vorsitzende Richter der erweiterten III. Kleinen Strafkammer.

Der Polizeibeamte, der die Ermittlungen führte, schilderte vor der Kammer, wie sie auf die Spur des Mannes gekommen waren. 2009 seien vermehrt gefälschte Abgas- und Hauptuntersuchungen aufgefallen. 2010 habe ein Autokäufer Anzeige wegen gefälschter TÜV-Papiere erstattet.

Es folgten langwierige Ermittlungen samt Telefonüberwachungen, Observationen und einem verdeckt ermittelndem Polizisten als angeblichen Kunden für einen gefälschten TÜV. Bei Durchsuchungen unter anderem der Fälscherwerkstatt fanden die Ermittler später gefälschte Prüfstempel von TÜV und Dekra sowie Blanko-Unterlagen.

Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage angesetzt.

 

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