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Tschüß! „Flensburg“ verlässt Glückstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Abschied an der Elbe: Der Bugsier-Oldtimer nimmt im Juni Kurs auf den Museumshafen

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 18:52 Uhr

„Ich werde mich einschließen und weinen.“ Reimer Ohlfest denkt an den 20. Juni, an dem er sich vom Schlepper „Flensburg“ verabschieden muss. Der 80-jährige Glückstädter wird dann mit dem Schiff auf seine letzte Fahrt gehen. Es geht nach Flensburg. Dort bekommt der Schlepper im Museumshafen einen neuen Liegeplatz.

Schiffseigner Alfred Mantwitz zeigt weniger Emotionen, obwohl auch ihm der Abschied sehr nahe geht: „Wir haben alle gesundheitliche Probleme. Die Arbeit am Schlepper ist zu zeitintensiv.“ „Wir“, das sind neben dem 70-jährigen Eigentümer der „Flensburg“ und Reimer Ohlfest noch Peter Jürgs (70) und Gerd Krause (66). Seit vielen Jahren halten die Vier ehrenamtlich den Schlepper in Schuss. Und seit März sind sie in vielen Stunden dabei, das Schiff zu streichen. „Der Rost ist das Problem“, sagt Alfred Mantwitz. Aber die Männer haben den Ehrgeiz und den Stolz, die „Flensburg“ im guten Zustand dem Historischen Hafen der Fördestadt zu übergeben.

Die „Flensburg“ ist das letzte fahrende Schiff aus der Schlepperserie des Typs Bugsier. Gebaut wurde sie 1953 auf der Jadewerft Wilhelmshaven. Danach diente das Schiff als Dockschlepper in Flensburg – daher auch der Name. 2000 kam das Aus, dass Schiff sollte abgewrackt werden. Doch Alfred Mantwitz kaufte den Oldtimer. Seither hat er den Liegeplatz im Binnenhafen neben dem Salzspeicher.

Am 20. Juni um 9 Uhr läuft die „Flensburg“ endgültig aus dem Glückstädter Hafen aus und macht sich – begleitet vom Salondampfer Alexandra – auf den Weg nach Flensburg. Eine Reise der Emotionen. Mit dabei ist auch Nikolas (18), der Enkel von Reimer Ohlfest, der eigens dafür aus Neuseeland kommt. Und Gerd Krause weiß schon jetzt, was bei allen beim Abschied aufkommen wird: „Wehmut.“

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