Gelting : Tschernobyl-Kinder können kommen

Vorsitzender Uwe Linde (r.) freut sich über die Bereitschaft der Eheleute Michael (v.l.) und Johanna Gildenast, Michaela und Stephan Hink sowie Christine und Dieter Rolf Kinder auf zunehmen.
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Vorsitzender Uwe Linde (r.) freut sich über die Bereitschaft der Eheleute Michael (v.l.) und Johanna Gildenast, Michaela und Stephan Hink sowie Christine und Dieter Rolf Kinder auf zunehmen.

Für Kinder aus Kalinkowitschi werden noch Gasteltern gesucht.

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26. Februar 2017, 15:10 Uhr

Gelting | „Wir haben uns das überlegt, wir nehmen vier“, sagten Dieter und Christine Rolf während der Mitgliederversammlung der Geltinger Arbeitsgruppe „Kinder von Tschernobyl“. Die aus Hamburg stammenden Eheleute haben sich vor drei Jahren in Stoltebüll niedergelassen und 2016 erstmals zwei Tschernobyl-Kinder für vier Wochen bei sich aufgenommen haben.

Die Freude über dieses Angebot war bei den Mitgliedern groß, schließlich ist damit das Minimum von acht Kindern erreicht. Denn Michael und Johanna Gildenast aus Brunsholm sind bereit, zum vierten Mal zwei Kinder bei sich aufzunehmen, desgleichen Michaela und Stephan Hink, die vor knapp einem Jahr ihren Lebensmittelpunkt von Stuttgart nach Gelting verlegt haben.

Seit 1990 lädt der Verein im Sommer Kinder aus Kalinkowitschi in Weißrussland ein, damit sie sich in gesunder Luft von den Spätfolgen der Verstrahlung durch das Reaktorunglück erholen können, das sich 1986 in Tschernobyl ereignete. Dies, so Vorsitzender Uwe Linde, sei nach wie vor notwendig. Denn die Folgen des Supergaus, die weit über Tschernobyl hinausreichten, haben Langzeitwirkung.

Im vergangenen Jahr waren es acht Kinder, die einen Monat lang „auftanken“ konnten. Gerne würde man mehr Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren aufnehmen, doch dazu sind weitere Gasteltern erforderlich. Wer dieses Vorhaben unterstützen möchte, kann sich bei Artur Lenhart unter Telefon 0  46  43  /  14  56 melden und sich bei einem für den 15. März ab 19.30 Uhr geplanten Gastelternabend im Geltinger Gemeindehaus informieren.

Eine „Abholergruppe“ um Artur Lenhart, der als Dolmetscher agiert, wird sich am 27. Mai auf den Weg nach Kalinkowitschi machen, um die Familien der Kinder kennenzulernen und am 3. Juni mit den Kindern zurückkehren.

Lenhart war es auch, der als Kassenwart die Finanzen offen legte und deutlich machte, dass „wir starten können“.

Bei den Wahlen wurde Lenhart aus Gelting in seinem Amt als Kassenwart ebenso bestätigt wie Beisitzer Michael Gildenast und Geltings Bürgermeister Uwe Linde als Vorsitzender.

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