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Tarp : Trotz hoher Kosten – Tarp steht zu seinem Freizeitbad

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am 1. Mai startet das Freibad Tarp in seine 51. Saison.

Tarp | Am 8. Mai 1967 wurde das Schwimmbad in Tarp feierlich eröffnet. „Bunter Fahnenschmuck und Blasmusik kündigten schon von weitem das festliche Ereignis an“, so steht es in der Chronik von Martin Nissen. Das Wetter war demnach gut, die Sonne schien und die Lufttemperatur betrug 10 Grad Celsius, das Wasser im Becken war 21 Grad Celsius warm und nur darauf sei es an diesem Tag angekommen, so heißt es bei Nissen. Jetzt, 50 Jahre später, beträgt die Wassertemperatur im Badebetrieb noch immer 21 Grad Celsius – ansonsten wurde das Bad in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder erweitert und modernisiert.

Das Schwimmbad hat die Gemeinde der Bundeswehr zu verdanken. Mit der Armee waren etwa 2000 Soldaten und zivile Mitarbeiter in den Ort gekommen. Und weil es so viele waren, durfte das Schwimmbad auch etwas größer ausfallen. Ein 50-Meter-Becken sollte es sein und eine Heizung wurde auch gleich mit eingebaut.

Der damalige Kreispräsident Andreas Franzen wünschte, dass auch Besucher aus den Nachbargemeinden kommen mögen, um in Tarp schwimmen zu lernen. Um das Bad auch für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten, bauten die Soldaten sogar ein Klettergerüst ins Wasser. Der damalige Bürgermeister Helmut Baack sprang schließlich mit Schlips und Kragen ins 21 Grad warme Wasser, während das Orchester „Pack die Badehose ein“ spielte.

„Das Bad ist uns lieb und teuer“, diese Aussage begleitet diese „schönste und beste Tarper Freizeiteinrichtung“ in all den Jahrzehnten. An seinem Standort am südlichen Ortsrand auf einer Anhöhe konnten die Besucher zwar weit schauen, es pfiff dort aber auch regelmäßig der Wind. So wurde vor etwa 40 Jahren eine Tribüne aus Betonfertigteilen errichtet, die Gästen einen Blick-Basin ermöglicht und zugleich den Wind etwas abhält. Umkleide-, Kassen- und Aufsichtsräume wurden neu gebaut. Die Fliesen, die Wasserzufuhr und die Elektroversorgung wurden im Laufe der Jahre erneuert. Die Heizungsanlage wurde schließlich auf Fernwärme umgestellt. Es wurde fortlaufend investiert, aufgehübscht, verbessert und umgestaltet. Es wurden eine Rutsche und Wasserdüsen installiert – die „Badeanstalt“ wurde zum „Freizeitbad“.

Nun geht das Bad am 1. Mai in seine 51. Saison. Wieder stehen hohe Investitionen an. Das Dach wird für 300 000 Euro saniert, dafür gibt es Zuschüsse in Höhe von zirka 140  000 Euro. Im letzten Jahr wurden alle Nass- und Sanitärräume erneuert. Immer kritisch beäugt wird der Zustand der Fliesen des Beckens. „Wie lange halten die Fliesen noch?“ fragt sich regelmäßig Wilfried Kiesbye, Technischer Leiter des Bades.

Trotz aller Kosten steht die Tarper „Badeanstalt“ nicht zur Disposition. Auch wenn das Bad etwa 450  000 Euro in der Saison an laufenden Kosten durch Heizung, Chemie und Personalkosten verursacht, von denen lediglich etwa 120  000 Euro durch Einnahmen gedeckt sind, sind sich alle 19 Gemeindevertreter einig: „Das Bad wird weiter betrieben.“ Auch die Tourismusverantwortlichen von Hans Hensen bis Marianne Budach sind sich sicher, dass „viele Urlauber kommen, weil wir das Bad haben“.

Die Besucherzahlen sind stark vom Wetter abhängig. Zeigt das Thermometer vormittags um 11.30 Uhr 25 Grad Celsius an, dann kommen üblicherweise an diesem Tag mehr als 1500 Besucher. Ist es wie bei der Eröffnung vor 50 Jahren jedoch zehn Grad kalt, kommen nur die Dauerkartenbesitzer und die Leistungsschwimmer vom Schwimmclub – insgesamt 200 Besucher.

In der bevorstehenden Saison sind wieder etliche Aktionen vorgesehen. So wird es wieder eine große Poolparty in den Ferien geben. Zwei Mal im Monat findet freitags ein „Spieletag“ mit einer „Krake“ oder dem „Saturn“-Ring im Wasser statt. Immer montags und donnerstags übt die DLRG und bietet Schwimmausbildung an. Während der Sommerferien werden so viele Anfängerschwimmkurse angeboten, dass niemand auf einer Warteliste stehen muss.

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