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Trio con Brio beim deutsch-dänischen Jubiläumskonzert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 10:40 Uhr

Hochkarätiges stand auf dem Programm des Jubiläumskonzertes der Deutsch-Dänischen Gesellschaft der Musikfreunde, die sich vor nunmehr 15 Jahren aus der gemeinsamen Musikbegeisterung und zur Musikförderung grenzüberschreitend bildete. Einleitende Grußworte, in denen sie die Musik als den wichtigen Mittelpunkt aller gemeinsamen Aktivitäten darstellten, sprachen einträchtig und zweisprachig die beiden Vorsitzenden Sus Beckedorf, Sonderburg, und Brita Schmitz-Hübsch, Flensburg.

Simon Faber, Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, lobte vor allem die beeindruckende Bilanz der Musikliebhaber beiderseits der Grenze. Dem schloss sich der Staatssekretär im Ministerium für Justiz, Europa und Kultur, Eberhard Schmidt-Elsaeßer an, der hervorhob, dass Musik keine Übersetzung benötige, sie würde überall verstanden.

Den Beweis dazu trat dann das renommierte „Trio con Brio Copenhagen“ an. Nicht nur die Internationalität der Musiker, Soo-Jin Hong (Violine) und Soo-Kyung Hong (Violoncello) kommen aus Korea, der Pianist Jens Elvekjaer ist Däne, sondern auch die Programmwahl mit Werken aus dem slawischen Raum wirkte musikalisch grenzenlos.

Wie eine sinfonische Dichtung erschien Rachmaninows „trio élégiaque Nr. 1 in g-Moll, ein kurzes, einsätziges Werk, das den Personalstil des „Trio con Brio“ sofort
hörbar machte. Trotz des eher düsteren, gedehnten Duktus setzte das Trio seine farbenfrohe, beinahe schwebende Leichtigkeit darauf, ohne an Dramatik zu verlieren, kristallklar das Klavier, emotional aufgewühlt die Streicher.

Schostakowitschs „Trio Nr. 2 e-Moll op. 67“ überwältigte mit hauchzarten Cello-Flageoletts, zerbrechlich wie dünnes Eis, in unglaublichen Höhen, einfühlsam gefolgt von der Violine, dazu das Klavier, im Stakkato hämmernd mit der Präzision einer Maschine, sich in eine Furiosität steigernd, die den Atem stocken ließ. Smetana und sein „Trio g-Moll op. 15“, bot eine ganz andere Dramatik. Das „Trio con Brio“ lotete gefälliger, aber nicht ohne Tiefe die heftigen, musikalischen Emotionen aus und bestach einmal mehr durch sein perfektes Zusammenspiel, technische Finesse, gepaart mit unnachahmlicher Klangbalance und unbändiger Musizierfreude. Minutenlang herrschte atemlose Stille im Publikum, dann brach ein Sturm der Begeisterung aus, in dem die Schluss- und Dankesworte von Ulf-Mikael Iwersen, Apenrade und Hauke Paulsen, Flensburg, beinahe untergingen.

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