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Einsatz von Flensburger : Triathlon für Aids-Waisen in Südafrika

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Flensburger bewältigt den Ironman zugunsten bedürftiger Kinder und sammelt unermüdlich Spenden. Jetzt bekam er Schuhe von „Schweini“.

Thomas Leuschner war bis vor einem Jahr ein untrainierter Mann. Als EDV-Projektleiter eingespannt in seinem Job, viel auf Reisen, „no sports“. Dann fasste er einen Entschluss. Um sein Projekt zur Unterstützung von Aids-Waisen in Südafrika voranzutreiben, bereitete er sich auf einen Triathlon über die Langdistanz vor: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und schließlich der Marathon über 42,195 Kilometer. „Um etwas Außergewöhnliches für Kinder in Not zu erreichen“, sagte sich der Familienvater, „muss ich auch etwas Außergewöhnliches leisten.“ Er ging dabei bis an seine körperlichen Grenzen.

Vor fünf Jahren lernte Thomas Leuschner die Hugo Tempelman Stiftung kennen. In den Niederlanden traf er den Gründer und dessen Frau Liesje – und war von deren Arbeit tief beeindruckt. Das Ehepaar war zunächst im staatlichen Gesundheitssystem in Südafrika tätig. Später errichteten sie ein Hospital bei Johannesburg, in dem jeder behandelt wurde, ungeachtet dessen, ob er krankenversichert war oder nicht. Die Ärzte wollten nachhaltig etwas gegen HIV und Tuberkulose tun. Kindergarten und Schule, eine Wasserversorgung wurden aufgebaut.

„Es ist bewundernswert, was die beiden geleistet haben und immer noch leisten“, sagt Leuschner. Der 50-Jährige fing an, ein Netz von Spendern zugunsten der Stiftung aufzubauen. Auf zwei Online-Plattformen wirbt er für sein Anliegen. 800 Kontakte hat er inzwischen in seinem Mail-Verteiler, jeder siebente davon hat bereits Geld überwiesen – eine gute Quote, die ihn seinem Minimalziel, 10.000 Euro zu sammeln, immer näher brachte.

Dann nahte der 3. August 2014. Nur zehn Monate lang hatte sich der Flensburger auf den Ostseeman in Glücksburg vorbereitet. Dabei riss er 4500 Kilometer per pedes und Rad ab, dazu 80 Kilometer im Wasser. Beim Wettbewerb biss er sich durch, quälte sich mit Bauchschmerzen und Übelkeit bis ins Ziel. „Ich war kurz davor aufzugeben, aber die Kinder in Not waren mein Antrieb.“ Über zwei Millionen Aids-Waisen gibt es in Südafrika. „Um sie kümmert sich keiner“, sagt Leuschner, „sie haben keine Rechte, werden vergewaltigt und missbraucht.“

Der Ironman, den er nach knapp 15 Stunden absolviert hatte, wird helfen. 1500 Euro kamen allein dadurch zusammen, die Rückmeldungen waren enorm. Der Hobby-Triathlet weiß, dass die Hilfe direkt greift, weil die Stiftung eine schlanke Organisation ist, ohne viel Bürokratie. Sie ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung, ein Studium und eine Zukunft.

Thomas Leuschner lief an der Ostsee als einer der Letzten durchs Ziel. „Aber das ist mir völlig egal“, sagt er, „wichtig war vielmehr, möglichst viele Menschen zu inspirieren und zu motivieren.“ Rein persönlich, nur für sich selbst, gibt er zu, hätte er das alles nicht durchgemacht.

Der Flensburger, der mit seiner Frau und drei Kindern in Sünderup lebt, hat jüngst eine kleine Kostbarkeit zugespielt bekommen. Es sind orange leuchtende, original Fußballschuhe eines Weltmeisters. Bastian Schweinsteiger trug sie, mit den Buchstaben seiner Frau Sarah an der Seite – vielleicht sogar beim Gewinn der Champions League? Ganz genau weiß das niemand, doch jeder hat nun die Chance, die begehrten, handsignierten Treter (Größe 10,5) zu ersteigern. Das Mindestgebot liegt bei 250 Euro. Wer mehr geben möchte, kann sich via Mail an Thomas@tl-consult wenden. Der Erlös wird sicherlich helfen, die Spendensumme beträchtlich zu steigern, hofft Leuschner. „Jeder Euro verbessert die Lebensbedingungen eines betroffenen Kindes.“

www.charitychallenge.tv

Die Kontonummer für Spenden lautet: Nord-Ostsee Sparkasse, BLZ 217 500 00, KTO 164 109 514, Stichwort: Aids-Waisen

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