zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 18:29 Uhr

Treue Förderer des Theaters

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Theater-Bürgerstiftung hängt zweite Sponsoren-Tafel auf und blickt voraus in die Spielzeit

Max Stark ist rehabilitiert. Jene, die Flensburgs größten Theaterfreund belächelten ob der ambitionierten 102 freien Felder auf einer Sponsoren-Tafel, erleben jetzt, wie der Vorsitzende der Theater-Bürgerstiftung die zweite Tafel hat anbringen lassen. Sie hängt nun im Foyer im ersten Rang des Stadttheaters. Die ersten 17 Namen derer, die mehr als 500 Euro gespendet haben und nicht anonym bleiben wollten, stehen auch schon drauf.

Max Stark wirft einen Blick zurück in die Geschichte der Stiftung, die die Flensburger Theaterfreunde im Oktober vor neun Jahren gegründet haben. Das Gründungskapital habe damals 25 000 Euro betragen, weiß Stark. Die Stiftung nahm ihre erste Gala im April 2006 zum Anlass, die erste Sponsoren-Tafel zu enthüllen. Das Kapital hat sich inzwischen mehr als verzehnfacht und belaufe sich aktuell auf über 270 000 Euro, sagt der Stiftungsvorsitzende. An Zinserträgen und Spenden habe das Landestheater seither 32 500 Euro erhalten, die überwiegend für Produktionen des musikalischen Kinder- und Jugendtheaters zum Einsatz kamen.

„Zu wissen, man ist nicht allein – das ist wunderbar“, entgegnet Generalintendant Peter Grisebach erfreut und erfüllt die Hoffnung Max Starks, ein paar Worte zur Situation des Landestheaters zu ergänzen. Wenn die Gesellschafter der Landestheater-GmbH am Freitag bei ihrer Versammlung entsprechend entscheiden, ergeht der Auftrag an ein externes Gutachterbüro, strukturelle Veränderungen vorzuschlagen, sollten sie notwendig sein. Unermüdlich erinnert Grisebach Flensburg als größten Gesellschafter daran, seine Verantwortung anzuerkennen. „Wir können die Leistung für Flensburg nur bringen, wenn wir die anderen Gesellschafter dabei haben“, betont der Intendant des Landestheaters mit Blick auf die 41. Spielzeit als Landestheater, „es gehört zusammen.“ Dass die Struktur sogar für manche Regionen Vorbild-Charakter haben könnte, unterstreicht Grisebach, indem er von einem Termin in der nächsten Woche berichtet. Dann werde er Kollegen aus den neuen Bundesländern treffen, die Interesse am Flensburger Modell haben. „Das Landestheater ist für mich nach wie vor eine Erfolgsgeschichte.“ Es gebe Häuser mit drei Sparten, „da geht’s nicht unter zwölf Millionen Euro“, sagt der Intendant, während in Flensburg jährlich gerade mal zwei Millionen Euro fällig würden. Einen Tag nach der fast ausverkauften Schauspiel-Premiere „Von Mäusen und Menschen“ und im Angesicht zweier weiterer Premieren binnen anderthalb Wochen, ist Peter Grisebach froh, sich aufs Kerngeschäft konzentrieren zu können.

„So viel Theater für so wenig Geld wird es in anderer Konstellation nicht geben“, pflichtet Max Stark ihm bei. Der Stiftungsvorsitzende macht sich seit 1976 ehrenamtlich ums Theater verdient und hat bis 2013 fünf Jahre lang dem Kulturausschuss der Stadt Flensburg vorgesessen. In Zukunft werde die Stiftung das Neujahrskonzert „26 Stunden Neujahr!“ unterstützen, kündigt Stark an. Und für das zehnjährige Bestehen der Theater-Bürgerstiftung in der Spielzeit 2015/2016 sei die Zusammenarbeit mit der Auftakt-Veranstaltung des Musiktheaters geplant. Natürlich erkennt er die Zeile aus „Die Fledermaus“, die von den Proben auf der Bühne ins Foyer dringt: „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.“

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 12:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert