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Tradition für Frühaufsteher: Pfingstblasen im Dingholzer Wald

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erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

STEINBERGKIRCHE | "Es gibt keinen schöneren Dom", sind sich die Brüder Friedrich und Hans-Niko Martens aus Sörup einig. Seit über 30 Jahren kommen sie am ersten Pfingstfeiertag frühmorgens um 6 Uhr in den Dingholzer Wald. Denn das traditionelle Pfingstblasen, wie es jetzt zum 109. Mal auf einer von hellgrünem Buchenlaub überdachten Lichtung stattfand, wollen sie auf keinen Fall versäumen. Dabei zu sein, ist für beide ein "freiwilliges Muss", wie sie betonen. Das sei ein Stück Heimat, sei Tradition, sagen die Brüder am Rande des musikalischen Geschehens mit Frühlings-, Volks- und kirchlicher Musik und verhehlen nicht, dass sie auch schon so manchen Regenschauer abbekommen haben.

Rund 50 Bläser aus Angeln, dirigiert von Landesposaunenwart Werner Petersen vom Koppelsberg, intonierten am Sonntag zu frühmorgendlicher Stunde bekannte Lieder - und viele Besucher fielen summend und singend mit ein. Und sie sparten auch nicht mit Beifall. Als der Landesposaunenwart den vernahm, war er nicht nur erfreut, sondern prägte auch den Begriff der "klatschenden Spechte".

Um 5 Uhr aufstehen und dann mit dem Fahrrad zum Dingholzer Wald - er gehört zu den Gemeinden Sterup, Sörup und Steinbergkirche. Das ist nicht nur für eine 76-jährige Frau aus Sterup alljährliches Pfingst-Ritual. "Wo hört man sonst noch all die schönen Mailieder?", begründet sie ihr Kommen.

Als sich 1904 Bläser aus Sörup, Sterup und Quern zu einer Gruppe zusammen schlossen, konnten sie nicht ahnen, dass ihr morgendliches Pfingstblasen zur Tradition werden würde. Aber mit Sicherheit hätten sie ihre helle Freude daran, dass das, was sie auf den Weg brachten, von Bestand ist und viele Menschen in der Region nicht mehr missen möchten. Auch Philipp Reinfeld, Pastor der Kirchengemeinde Quern-Neukirchen, nicht. Er hielt nicht nur eine Andacht, sondern hatte sich zuvor auch unter die Bläser gemischt.

Pfingsten 2014 wird nun runder Geburtstag gefeiert - dann findet das 110. Pfingstblasen statt. Als 2004 Bläser aus Angeln zu ihren Instrumenten griffen, um zum 100. Mal zum Lobe Gottes zu musizieren, gab sich der damalige Bischof Dr. Knuth die Ehre. Wer es bei der 110-Jahr-Feier sein wird - darauf darf man gespannt sein.

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