Flensburgfjord : Tourismus-Motor für die ganze Region

Hafen und Altstadt von oben: Flensburg wird immer mehr zum Ziel von Städtetouristen, vor allem auch aus Skandinavien.
Hafen und Altstadt von oben: Flensburg wird immer mehr zum Ziel von Städtetouristen, vor allem auch aus Skandinavien.

Gutachten bescheinigt Flensburg gute Zahlen bei den Übernachtungen und viel Potenzial für die weitere Entwicklung

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08. November 2013, 07:56 Uhr

Bei der Entwicklung des Tourismus’ in der Region Flensburg und Umgebung ist die Fördestadt ganz klar der Treiber und Motor. Das bescheinigte der Gutachter Kai Ziesemer vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) in seinem jüngsten Gutachten der Stadt. „Bei der Nachfrage ist Flensburg der große Gewinner in der Region“, sagte der Kieler bei der Präsentation der Ergebnisse im Hauptausschuss. Die Stadt sei auch „der maßgebliche Treiber und Denker“ bei der Etablierung der vom Land geforderten Lokalen Tourismus-Organisation (LTO). Die werde aber bislang an der Flensburger Förde nur halbherzig umgesetzt.

In absoluten Zahlen rangiert Flensburg landesweit immer noch klar im Mittelfeld und deutlich hinter Kiel und Lübeck. Bei den Zuwächsen sieht es schon anders aus: In den ersten acht Monaten des Jahres 2013 ist die Zahl der Übernachtungen hier um 10,5 Prozent gestiegen. Kiel kommt auf 4,7, Lübeck auf 3,7 Prozent. Schwerin, das bei den absoluten Zahlen in einer Liga mit Flensburg spielt, musste bis Juli 2013 einen Rückgang um 0,8 Prozent verkraften. Als bemerkenswerte Tendenz erwähnen die Gutachter die Zuwächse bei Gästen aus Dänemark, Schweden und Norwegen.

Allerdings: Die prozentualen Kapazitätssteigerungen bleiben in Flensburg und der Region sowohl hinter Großstädten wie Kiel als auch hinter kleineren Ostseestädten zurück. Mit anderen Worten: Es gibt noch viel Arbeit. Deutlich wies Ziesemer auf die „deutlich negative Tendenz“ bei den gewerblichen Übernachtungen in Glücksburg, die auch durch die „positive Entwicklung bei den Privatvermietern“ nicht aufzufangen sei. In Glücksburg schlägt nach wie vor der Wegfall von Schwennau-Hof und Intermar negativ zu Buche.

Doch auch aus dem Ostseebad konnte Ziesemer Positives vermelden. Die „Visits“ auf den Internetseiten Glücksburgs nehmen zu, ebenso die Buchungen; dies führte er aber auf die Dominanz der Ferienwohnungen in Glücksburg zurück. Als positiv wertete er auch die Besucherzahlen im Schifffahrtsmuseum, im Naturwissenschaftlichen Museum und in der Stadtbibliothek in Flensburg sowie in der Fördeland-Therme und im Planetarium in Glücksburg.

Da Buchungen immer häufiger im Internet und immer weniger durch Vermittlung in der Tourist-Information stattfinden, würden Provisionen für Vermittlungen wegfallen. Die Tourist-Information werden andere Aufgaben bekommen, besonders in der Vermarktung, so Ziesemer.

Wesentliche Ziele in der Entwicklung des Tourismus seien vor allem der Ausbau der Nachfrage und der Frequenz: „Da liegt die Wertschöpfung, da müssen Sie nach streben!“, schrieb er den Politikern ins Stammbuch. Doch auch die Wettbewerbsposition und der Bekanntheitsgrad der gesamten Region „Flensburgfjord“ seien ausbaufähig. Auch die LTO müsse kommen; als maritimes Städtereiseziel brauche die Stadt das Umfeld. Natürlich erwähnte der Tourismus-Forscher auch die erforderliche Hotel-Ansiedlung in Flensburg und schloss die Agenda mit der Positionsbestimmung: „Was ist uns der Tourismus wert?“, fragte er im Namen der Verantwortlichen im Rathaus.

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