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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 14:45 Uhr

Tondern-Festival vor der Pleite?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trennung von Geschäftsführer Allan Buus / Vorstandsvorsitzender räumt Liquiditätsprobleme ein / Zwei Millionen Kronen als Kredit?

Verträge mit Musikern abschließen, Eintrittskarten drucken, Plakate gestalten, Armbänder vertreiben und – die Vorbereitungen für das Tondern-Festival 2014 kosten Geld. Und führen aktuell zu einem ausgewachsenen Liquiditätsproblem. Von einem Tag auf den anderen wurde nun der Geschäftsführer des Festivals, Allan Buus, freigestellt. Die Nachricht kam überraschend nach einem erfolgreichen Festival-Jahr mit erstmals schwarzen Zahlen beim Kartenverkauf.

Um „der Gerüchteküche Herr zu werden“, so Vorstandsvorsitzender Stig Bang-Mortensen, beriefen Festivalfonds und Vorstand eine Pressekonferenz ein. In der Tonderner Musikkneipe Hagges Pub stellte sich Bang-Mortensen zwar den Fragen der Journalisten, gab aber nicht auf jede Frage eine Antwort. Nach einer Dreiviertelstunde stand fest: Das Festival befindet sich in Schwierigkeiten und „kämpft mit beträchtlichen Liquiditätsproblemen“, wie der Festivalvorsitzende erklärte.

Allan Buus wurde nicht nur entlassen. Die Stelle ist komplett gestrichen. Hat das Festival kein Geld mehr, um Allan Buus den Lohn auszuzahlen? „Dazu werde ich nichts sagen“, so der Vorsitzende. Antworten zur Personalie Allan Buus vermied er konsequent – alle Fragen dazu werde er mit ,kein Kommentar‘ beantworten, so Bang-Mortensen. Der Vorsitzende erläuterte weitere Umstrukturierungen des Festivals. Nachdem man den Platz neu gestaltet habe, sei nun die Organisation dran. Geld sparen, hauptamtliche Aufgaben auf Freiwillige umschichten, lautet die Devise. In welchem Format es das Tondern-Festival 2014 geben wird, sei „völlig offen“, so der Vorsitzende. „Alles steht zur Debatte“. Steht die große Freilichtbühne vor dem Aus? Die Antwort: „Wir wissen nicht, was es im nächsten Jahr noch geben wird.“

Derzeit verhandelt das Festival mit der Sydbank über einen Kredit in Höhe von rund zwei Millionen Kronen. In der kommenden Woche legt das Festival der Bank die aktuellen Zahlen vor, erst dann wird die Bank über die Vergabe eines weiteren Kredites entscheiden. „Ich kenne die Zahlen auch noch nicht genau“, so der Vorsitzende.

„Im vergangenen Jahr waren wir in einer ähnlichen Situation und ich bin sehr zuversichtlich, dass es einen positiven Bescheid gibt“, so Bang-Mortensen.

Doch offenbar waren die Mehreinnahmen von 1,9 Millionen Kronen aus dem Ticketverkauf 2013 nur ein Tropfen auf den heißen Stein. An anderen Stellen, beispielsweise beim Campingplatz, blieben die von Anfang an „falsch berechneten Zahlen“ , so Bang-Mortensen, weit hinter den Erwartungen zurück. Nun ist das Liquiditätsproblem so groß, dass kein Geld mehr da ist, um einen Geschäftsführer zu bezahlen.


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erstellt am 17.Okt.2013 | 15:00 Uhr

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