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Deutsches Haus Flensburg : Tina Dico: Erst perlende Töne, später Magie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Liedermacher Teitur eröffnet das Konzert von Tina Dico und Band im Deutschen Haus

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 11:30 Uhr

Was Teitur über Tina Dico sagt, gilt auch umgekehrt. Sie habe eine Gabe, Songs zu schreiben, findet der Liedermacher, der 1977 auf den Faröern zur Welt kam. Dass auch er dieses Geschenk in sich trägt, wird mit jedem seiner Lieder klarer, mit denen er die deutsche Whispers-Tour seiner dänischen Kollegin im Vorprogramm eröffnet. Vor ausverkauftem Deutschen Haus setzt er sich an den Flügel in den Kegel des Scheinwerferlichts und lässt schlicht, aber wirkungsvoll Töne perlen. Dazu singt eine Stimme, die alles leicht nimmt, alles kann, auch a cappella „The singer“ tragen und mit einem Song in Dialog treten. Das erinnert an die Kunst und Experimentierfreude eines Ben Folds. Nur einmal greift Teitur zur Gitarre mit schneidendem Sound, weil der Song „Rock’n’Roll Band“ das so will.

Bevor Tina Dico auf die Bühne kommt, verrät Teitur, was viele Fans längst wissen: Als die Dänin die Nord-Amerika-Tour des Faröers begleitete, verliebte sie sich in dessen Bandmitglied Helgi Jonsson. Der Isländer spielt und singt inzwischen in Dicos Gruppe, sie lebt mit ihm und beiden Kindern in Reykjavik. Ein Traumpaar, und auch musikalisch ein kongeniales Duo, wenngleich beide weiterhin Wert auf Eigenes zu legen scheinen. In „The woman downstairs“, dem ersten Song des (Haupt-)Konzerts und des neuen Albums, übernimmt sie die Tiefen, er die Höhen. Liebe ist das Thema, etwa in „In love and war“ und „Someone you love“. Magische Momente passieren, dank der Musik, dank der Musiker. So bei „Craftmanship and Poetry“. Der Song ist ein Beispiel für kluge Dichtung, die in Dynamik und raffinierten Arrangements Widerhall findet. „Oh, the silence... is so loud“ – laut steuern die vier auf die Stille zu. Saitenmann Dennis Ahlgren und – „brandnew“ – Marianne Lewandowski komplettieren das Quartett. Lewandowski fügt gelegentlich eine dritte Stimme zum großartigen Mehrstimmengesang hinzu und dosiert die Schlagwerke. Gleich mehrere Klangfarben bringt Helgi Jonsson ein mit seiner unverwechselbaren Stimme, Klavier, Orgel, Banjo und Posaune. Helgis Banjo gibt „On the run“ eine neue Note; Helgis Posaune schafft mit wenigen Akzenten Atmosphäre und macht Eindruck mit Mini-Soli. Bei „No time to sleep“ klatscht die Menge rhythmisch mit, der Song stoppt jäh, Tina Dico bewegt nur sich und ihre Lippen, das Publikum springt ein und singt weiter. Und es jubelt zum grandiosen „Count to ten“. Zu Recht!

 

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