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Demonstration gegen Hundegesetz : Tierschützer: „1800 getötete Hunde in Dänemark“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hundebesitzer zeigen ihre Solidarität mit dänischen Hundehaltern - denn die müssen wegen des strengen Hundegesetzes um das Leben ihrer Tiere bangen.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 12:00 Uhr

"DK= Dog Killer" steht in großen Lettern auf dem Transparent. Darunter die Zeichnung eines Hundes, der eingeschläfert wird. Etwas unbeholfen und stark verniedlicht sieht das aus. Doch eigentlich wollen die Demonstranten ihre Wut damit ausdrücken. Die Wut über das dänische Hundegesetz, das es erlaubt, die Tiere von 13 bestimmten Hunderassen sowie Kreuzungen daraus zu töten. Die Mitglieder einer deutsch-dänischen Bürgerinitiative zeigten mit der groß angelegten Demonstration an der Bundesstraße 5 in Süderlügum (Nordfriesland) ihre Solidarität mit den Hundehaltern in Dänemark. Die Aktion am Wochenende richtete sich gegen die dänische Gesetzgebung, die der Polizei vorgibt, scheinbar gefährliche Hunde einzuziehen und zu töten. Nach Informationen der Bürgerinitiative sollen bereits über 1800 Hunde behördlich getötet worden sein – darunter mindestens ein Hund eines Touristen.

Die Teilnehmer waren überwiegend mit ihren Vierbeinern aus dem gesamten nördlichen Landesteil angereist. Gemeinsam mit mehreren Hundehaltern aus Dänemark, die aus Sicherheitsgründen nicht alle ihre Hunde mitgebracht hatten, wollten sie als engagierte Tierschützer direkt an der dänischen Grenze die in Dänemark herrschenden Zustände öffentlich machen, wie die Sprecherinnen Sonja Thiele aus Dagebüll und Eva Schmitt-Sonntag aus Humptrup erklärten. Niller Nillersen aus dem dänischen Herning hatte es gewagt, seinen Staffordshire Bull-Terrier „Mucho“ mitzubringen, da er vor dem Inkrafttreten des Gesetzes geboren wurde, aber doch auf der Observierungsliste in Dänemark steht. „Es ist uns einfach zu riskant, mit unseren Hunden nach Dänemark zu fahren,“ sagte Eva Schmitt-Sonntag.

Nach der Erweiterung des dänischen Hundegesetzes im Juli 2010 sind die Haltung, Zucht und Einfuhr von 13 Hunderassen und deren Kreuzungen in Dänemark verboten, wenn sie nach dem 17. März 2010 angeschafft oder geboren wurden. Bei Übertretung dieser Regelungen kann der Hund auf Befehl der Polizei getötet werden. Nicht die Polizei ist beweispflichtig, ob der Hund als ungefährlich eingestuft wird, sondern der Halter. Dabei ist die Polizei weder geschult noch rassekundig.

Folgende Rassen fallen unter das Hundegesetz in Dänemark: Pit Bull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro,  Dogo Argentino, Amerikanische Bulldogge, Boerboel, Kangal.  Zentralasiatischer Ovtcharka, Kaukasischer Ovtcharka, Südrussischer Ovtcharka, Tornjak und Šarplaninac. mehr Infos unter www.hunde-in-daenemark.de.
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