Viele Tiere, höhere Kosten : Tierheim Flensburg: „Wir nagen am Hungertuch“

Tierheimleiter Stefan Bargmann sucht für Husky-Schäferhundmischling Romeo ein neues Zuhause.
Tierheimleiter Stefan Bargmann sucht für Husky-Schäferhundmischling Romeo ein neues Zuhause.

Das Tierheim hat wegen der Ferienzeit viele Neuzugänge – am Sonntag ist Tag der offenen Tür.

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24. August 2018, 18:05 Uhr

Ein Hund steht mit traurigen Augen am Straßenrand. Seine Besitzer sind ohne ihn verreist und lassen ihn allein zurück. Diese Situation kennt Willy Sandvoß nur zu gut. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins und seine größtenteils ehrenamtlichen Kollegen nehmen jährlich bis zu 1400 Tiere auf – neben der immensen emotionalen sei das auch eine hohe finanzielle Belastung.

Die monatlichen Ausgaben können sich schon mal auf 30.000 Euro belaufen. Die städtischen Zuschüsse würden lediglich zwei Monate des gesamten Jahresbedarfs tragen, klagt Sandvoß: „Wir nagen am Hungertuch.“ Hinzu komme, dass die Tierarztkosten im vergangen Jahr um zwölf Prozent gestiegen sind.

Glücklicherweise versorgen drei fest angestellte Mitarbeiter und vier Auszubildende die Tiere. Zusätzlich kann sich der Verein auf knapp 1700 Mitglieder verlassen, von denen sich rund 20 Engagierte fast täglich um die Tiere kümmern. Auch etliche Jugendliche kümmern sich gern. Mittlerweile wurde bereits eine zweite Jugendgruppe eröffnet, um der Nachfrage gerecht zu werden. „Wir freuen uns über dieses Interesse. Immerhin sind diese Menschen unsere Nachfolger.“

Hilfe wird immer benötigt. Gerade vor und zu Beginn der Sommerferien wurden vermehrt Tiere abgegeben. Viele Tierbesitzer entscheiden sich für den Urlaub und gegen ihre Tiere. Besonders erschreckend: Einige würden ihr Haustier vor den Ferien einfach abgeben und kauften sich nach dem Urlaub einfach einen neuen Gefährten.

Viele Tiere warten auch deshalb auf ein neues Zuhause. Darunter auch der zweijährige Husky-Schäferhundmix Romeo, der seit einem Jahr im Tierheim an der Westerallee lebt. „Seine Vermittlung liegt uns ganz besonders am Herzen. Wenn man Erfahrung im Umgang mit Hunden hat, ist Romeo der perfekte Hund“, findet Tierheimleiter Stefan Bargmann. Im Tierheim wurde Romeo geholfen. Nun hilft er den anderen Hunden, indem er sein Blut spendet.

Damit nicht noch mehr Tiere das gleiche Schicksal erleiden müssen, sei es umso wichtiger, auf das Thema Tierschutz aufmerksam zu machen. „Wo wir Möglichkeiten haben, sind wir mit unseren Informationsständen präsent“, so Sandvoß. Aus diesem Grund öffnet das Tierheim an diesem Sonntag, 26. August, seine Türen, um interessierte Bürger über die Arbeit zu informieren. Zwischen 10 bis 17 Uhr wird es viele Angebote auf dem Gelände geben. Dazu zählen Hundevorführungen, Informationsstände von verschiedenen Vereinen, ein Flohmarkt und eine Tombola.

Willy Sandvoß hofft: „Vielleicht finden sich auch potenzielle Halter für unsere Tiere“.

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