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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 19:46 Uhr

Therme auf neuem Weg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit 700 000 Euro will Glücksburg sein Spaßbad wieder auf Vordermann bringen

Die Fördelandtherme der Stadt Glücksburg soll wieder auf Kurs gebracht werden. Mit Einsparungen, Reparaturen und Umstrukturierungen wollen Geschäftsführung und Aufsichtsrat ihr Spaßbad wieder flott machen.

Auf der Grundlage eines Gutachtens der Hamburger Unternehmensberatung GLC, das im Januar vorlag, unternahm die Geschäftsführung der Therme erste Schritte. So mussten bereits ein Vollzeit-Techniker und eine 30-Stunden-Küchen-Kraft gehen. „Der Techniker hätte einen unbefristeten Vertrag kriegen müssen. Deshalb haben wir ihn nicht weiter beschäftigt“, erklärt Kristina Franke, Bürgermeisterin von Glücksburg und Geschäftsführerin der Therme. Auch auf zwei Aushilfskräfte wird verzichtet.

Auf der Grundlage des Betriebsgutachtens ist ein Wirtschaftsplan entstanden, der 700 000 Euro für Reparaturen und Modernisierung ausweist. Der Aufsichtsrat um Timo Petersen (CDU-Stadtvetreter) stimmte bereits zu. Das letzte Wort aber hat die Kommunalaufsicht, die den Daumen auf Glücksburgs überschuldeten Haushalt hält. Ein Gespräch soll es nächste Woche geben.

Glücksburgs Politikern ist der Spaß am Bad seit längerem vergangen, belastete die Therme den städtischen Haushalt 2013 doch mit 1,1 Millionen Euro. Inzwischen reagieren auch die Besucher. „Im ersten Quartal kamen knapp 10 000 weniger als im Vergleichszeitraum 2013“, sagt Annika Menssen, die für den kaufmännischen Bereich im Bad zuständig ist.

Es müsse offensichtlich werden, dass sich im Haus etwas tut, gibt Franke die Richtung vor und kündigt die Wiedereröffnung des Tauchbeckens an: Die Schließung sei doch keine Sparmöglichkeit, spricht sie von einer Scheinlösung. Das Becken hatte der vorige Geschäftsführer, Stadtrat John Witt, vor einem Jahr stilllegen lassen und damit 50 000 bis 60 000 Euro 2013 einsparen wollen. Grundlage seiner Entscheidung war das Energiegutachten, dass der Stadt Anfang 2013 vorlag. Darin wird nach Auskunft Petersens eine mögliche Ersparnis im gesamten Energie- und Versorgungsbereich von 100 000 Euro prognostiziert. Als bedeutender Kostenfaktor war das Tauchbecken ausgewiesen worden. Welche Summe tatsächlich eingespart worden ist, weiß Petersen nicht. Aber so viel: „Insgesamt haben wir weniger Wasser verbraucht.“

Seit Eröffnung der Fördelandtherme im März 2007 wurden immer wieder Reparaturen aufgeschoben, weil die Ursache nicht zweifelsfrei Bauherr, Baufirma oder Bad zugewiesen werden konnten. Und so blieben Unterwasserstrahler dunkel, wurden Fliesen nicht ersetzt oder Schränke repariert. Die Mängelliste wuchs auf mehr als 300 Schäden an. Pragmatisch entschied sich die neue Geschäftsführung gegen die im Streitfall anfallenden Anwaltskosten und ließ zahlreiche Schäden bereits beheben. Übrig sind noch 50 Mängel, die repariert werden müssen. Einer der Punkte sind die 170 der 500 Schränke im Umkleidebereich, die jeweils mit einem wohlgestalteten Schild „Defekt“ versehen sind.

Schmerzlich vermissen besonders Familien mit Kindern seit dem Sturm Xaver das Rutschvergnügen. Die tragenden Säulen der grünen Kunststoffröhre seien 7 Zentimeter aus dem Lot geraten. Sie dürften nur 1 cm aus der Richtung sein, erklärt Techniker Mathias Ginkel, der das Malheur am Tag nach dem Sturm entdeckt hat. Die Versicherung schickte inzwischen sechs Gutachter, mehr sei nicht passiert.

Saunagänger dürfen sich freuen. Am 22. Mai steht ihnen das Tauchbecken wieder zur Verfügung – dann mit Meerwasser gespeist. Vorbereitend wird der Bereich am 20. und 21. Mai geschlossen bleiben. Diese und andere Änderungen stimmen Timo Petersen zuversichtlich: „In vier Jahren werden wir das Defizit der Therme wieder auf 800 000 Euro gesenkt haben.“

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