Premiere : Theaterromanze mit Herz und Witz

„Mit Geföhl un Wellenslag“ – die Brüder Kalli und Peter, gespielt von  Sven Misch und Ralf Behrens (v. links n. rechts)
„Mit Geföhl un Wellenslag“ – die Brüder Kalli und Peter, gespielt von Sven Misch und Ralf Behrens (v. links n. rechts)

Maritime Aufführung der Niederdeutschen Bühne unterhält die Zuschauer im Stadttheater aufs Beste

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08. Oktober 2013, 12:15 Uhr

Durch die geöffneten Fenster erklingen Meeresrauschen und Möwenschrei. Sommerlicher gefühlter Seewind scheint hereinzuwehen in die von Bühnenbildner Norbert Drossel von Fischerfahne bis Schiffsbild liebevoll gestaltete Fischerkate, die das Premierenpublikum im Stadttheater mit spontanem Applaus quittierte.

Achtzig Jahre alt wäre die vor einem Jahr verstorbene „Plattdeutsch-Ikone“, der Erfolgsautor Konrad Hansen in diesen Tagen geworden: Mit seinem heiteren Lustspiel „Mit Geföhl un Wellenslag“ ehrt die Niederdeutsche Bühne ihren ehemaligen Direktor. Punktgenau setzt Bühnenchef Rolf Petersen den Stoff in Szene, entfaltet in plastischen Bildern voller Lebensfreude, Situationskomik und einer guten Prise Nolstalgie diese Geschichte zum Lachen, Freuen und Entspannen. Und das mit versiert engagierten Schauspielern, wo das Zuschauen und Mitfühlen Spaß macht. Anhaltender Beifall und Szenenapplaus bewies: Die Theaterbesucher fühlten sich bestens unterhalten.

Der „Wellenslag“ passiert vor der ganz schön verlotterten Jungesellen-Kate der Brüder Peter (Sven Misch) und Kalli (Ralf Behrens), die sich mit dem versprochenen Hauch von Büttenwarder-Charme wunderbar abwechselnd kabbeln und vertragen. Das „Geföhl“ kommt in Form der aus dem Meer gefischten niedlichen Deern Jenny (Kathrin Schuppenhauer) dazu, die nun von zwei Seiten umworben wird.

Zwei Sterne am hiesigen NDB-Himmel würzen die Story mit Kraft und Witz: Als Jennys Modder und gefühlter Admiral Alma Köppke mischt Doris Müller die Bude auf. Und den alten Kap-Hoorn-Käpt’n Brass (Bernhard Petersen), der „dat een beten op de Luk hett“, gleich mit. Die angejahrten Jungs, die der Deern abwechselnd das verführerisch rote Kleid zuknöpfen dürfen (Kostüme Sandra Pottschien), der simultan gerührte Grog, der herrliche Tango zu dritt, Frau Köppke im furiosen Sauber-mach-Kommando – „Los, los, los, los, los“!, mit dem sie in der Kate Schlendrian und Spinnweben zu Leibe rückt: dies sind anheimelnd volkstümliche Lustspielbilder zum Genießen. „Und das mit der Crème de la Crème an unseren Schauspielern“, meinte ein Zuschauer begeistert. Und das zu Recht.

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