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Flensburger Tageblatt

24. September 2017 | 07:09 Uhr

Eklat : Teures Schwimmen für Ostseeschüler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bizarre Äußerung von Ulrich Mahler soll die dramatische Preiserhöhung für die kleine Privatschule rechtfertigen

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 08:04 Uhr

Erst die Schwimmbad-Rechnung, die der Ostseeschule für das kommende Schuljahr in den Briefkasten flatterte, brachte es an den Tag: Während Schüler aller städtischen Schulen sowie der dänischen Privatschulen – meist in der dritten und fünften Klasse – umsonst zum Schulschwimmen ins Campusbad kommen, werden die beiden deutschen Privatschulen Ostsee- und Waldorfschule für ihre schwimmenden Kinder zur Kasse gebeten.

Der Elternprotest dieser Schulen formiert sich, weil die Stadtwerke, die das Hallenbad mit ihrer Förde-Bäder-GmbH seit einem Jahr betreiben, ab Sommer das Schulschwimmen anders abrechnen wollen. Künftig soll nicht mehr pro Bahn im Sportbad berechnet werden, sondern pro Kind – angelehnt an den normalen Eintrittspreis von 2,60 Euro. Während sich die Waldorfschule nach Berechnungen der Stadt auf eine moderate Preiserhöhung von derzeit 1130 Euro auf rund 1300 Euro einstellen muss, soll die Ostseeschule statt bislang 3077 Euro künftig fast 10 000 Euro berappen. Bildungsfachbereichsleiter Ulrich Mahler warb am Mittwoch im Bildungsausschuss mit folgenden Worten für diese unpopuläre Maßnahme: „Die Ostseeschule schwimmt exzessiv“, sagte er knapp und lieferte den verdutzten Politikern sowie Schulleitern und Eltern im Auditorium folgende Erklärung: „Die Ostseeschule hat 260 Kinder. Wenn in der Ostseeschule soviel geschwommen würde wie in öffentlichen Schulen, würde sie weniger bezahlen.“

Campusbad-Chef Anreas Ostmann von den Stadtwerken, der zuvor einen erfreulichen Besucheranstieg um 14 400 auf 83 000 Badegäste in ersten Quatal melden konnte, äußerte sich indes freundlicher: „Die Ostseeschule ist ein hoher Nutzer und bringt viele Schwimmer ins Bad.“

Auf Nachfrage von Birte Lehmpfuhl (Grüne) erklärte Ostmann, dass aufgrund der intensiven Campusbadnutzung der Ostseeschule keine andere Schule und kein andere Badegast eingeschränkt werde. Worauf Lehmpfuhl erklärte: „Ich würde mir wünschen, dass mehr Schulen ihren exzessiven Schwerpunkt haben.“ Später kam dann die Frage auf, wie mit Kindern aus Privatschulen in anderen für sie kostenlosen öffentlichen Einrichtungen wie Stadtbücherei oder Museumsberg zu verfahren sei.

Ostseeschulleiter Ulrich Dehn kommentierte die Mahler-Äußerung nicht. In seiner Schule werde in den ersten drei Schuljahren pro Woche anderthalb Stunden geschwommen, so dass alle 80 Kinder bis Klasse 3 schwimmen lernten. Seiner Rechnung zufolge müsste die Schule künftig 14 500 Euro an das Bad zahlen. Thore Feddersen (CDU) schlug angesichts dieser Größenordnung eine Flatrate für die Schule vor. Hohlwegschulleiterin Marlis Fenner , deren Kinder in Klasse drei ein Halbjahr Schwimmunterricht haben, fände auch an ihrer Schule mehr Schwimmen wünschenswert. Das sei aber im Stundenplan kaum möglich.

 

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