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Weltmeisterschaft 2014 : Teure Hallenmiete in Flensburg: Rhönradler in Not

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eigentlich soll sich die Rhönrad-Elite 2014 in Flensburg treffen - bei einem spektakulären Show-Wettbewerb Ende Juli in der Fördehalle. Die Stadt verlangt allerdings eine Hallenmiete, die die Abteilung des TSB unmöglich allein stemmen kann.

Sie kommen nicht nur aus Europa. Sie reisen an aus Australien, Japan, Israel oder Kolumbien. Ende Juli trifft sich die Elite des internationalen Rhönrad-Nachwuchses in Flensburg. Eine Jugendbegegnung mit großer Strahlkraft. Und ein Grund zur Freude bei allen Beteiligten – würde die Stadt nicht einen großen Wermutstropfen in den Wettbewerb träufeln. Sie verlangt eine Hallenmiete, die von der Abteilung des TSB unmöglich allein gestemmt werden kann.

Bei der Rhönradweltmeisterschaft 2013 in Chicago hagelte es Zusagen. Alle wollten sie nach Flensburg – die Besten weltweit, 130 an der Zahl. „Man hat gesehen, dass die Challenge – ein Show-Wettkampf mit tollem Rahmenprogramm – eine der beliebtesten Veranstaltungen dieser Art ist“, sagt Jo Russer, wandelndes Rhönrad-Denkmal der Stadt. Der Organisator klagt: „Leider hat es schon immer Ärger mit der Stadt gegeben.“ Deshalb war er in den letzten Jahren die Glücksburger Rudehalle ausgewichen, die allerdings nur Platz für maximal 45 Aktive bietet. Doch nach dem riesigen Interesse war diese Option keine Alternative mehr.

Russer ging das Wagnis ein – er setzte auf Flensburg. Seit er im August die Fördehalle ins Visier nahm, hat er im Vorfeld schon allerlei Hindernisse beiseite räumen müssen. So ist eine Nutzung städtischer Hallen in der Ferienzeit nicht vorgesehen. Doch an der Woche vom 27. Juli bis 3. August führt kein Weg vorbei. „Wir müssen uns schließlich an den Ferienzeiten der anderen Nationen orientieren“, sagt Russer. Überdies habe sich für die Teilnehmer nur in diesem Zeitraum eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit finden lassen – im Waldschulheim Glücksburg. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus. Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar machte sich stark für die Sportler. Und im November flatterte tatsächlich die Ausnahmegenehmigung ins Haus.

Doch die anfängliche Begeisterung war von kurzer Dauer. Denn der Fachbereich Vermögen errechnete knapp 6000 Euro Hallenmiete. Russer: „Wir waren geschockt.“ Allein 3750 Euro sollten für die Reinigung fällig werden. Dazu 1200 für den Hausmeister und 970 für Wasser, Licht und Wärme. „Damit“, so der Abteilungschef, „wollte man uns wohl endgültig die Lust nehmen.“

Russer wandte sich hilfesuchend an den TSB-Vorsitzenden Frerich Eilts. Auf dessen Intervention hin konnten die Reinigungskosten auf 750 Euro reduziert werden. Auch wenn der SBV sich finanziell beteiligt und die Afag den Fahrdienst zu sehr günstigen Konditionen übernimmt: Die verbleibenden 2920 Euro sind immer noch zu viel, auch für den kleinen Förderverein. Denn die Logistik, das Rahmenprogramm und kleine Ausflüge für die Gäste wollen auch bezahlt werden. „Für den Sport gibt es immer weniger Geld“, bedauert Jo Russer. „Ich habe dafür wenig Verständnis. Schließlich geht es auch um Völkerverständigung.“ Sein Vorwurf: „Politik und Verwaltung arbeiten aneinander vorbei. “ Das sieht Stadtsprecher Thomas Kuchel ganz anders: „Wir sind der Rhönradgruppe mit der Nutzungsgenehmigung und Kostenreduzierung schon sehr stark entgegengekommen.“ Im Klartext: Mehr geht nicht. Dem Verein sei unbenommen, sich um Zuschüsse von anderer Seite zu bemühen. In diesem Zusammenhang sollte nicht verschwiegen werden, dass die Stadt Flensburg die Schirmherrschaft über das Ereignis übernommen hat.

Ein Kuriosum am Rande: In ihrer Not schrieb das langjährige Vereinsmitglied und Rhönrad-Fan Ina Tempich einen Brief an die Bundesregierung. Sie erhielt Antwort: Die Regierung, so hieß es, sei nicht zuständig. Man könne in diesem Fall leider nicht helfen.

 

 

 

 

 

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erstellt am 26.Feb.2014 | 13:40 Uhr

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