Mehr Verkehrssicherheit : Tempo 30 in Glücksburg: Runter vom Gas in der Innenstadt

Begrüßt das Tempolimit: Maren Fischer mit Sohn Moritz in der Petersenallee.
Begrüßt das Tempolimit: Maren Fischer mit Sohn Moritz in der Petersenallee.

Der Beschluss im Ausschuss fällt einstimmig. Die Stadt will außerdem gegenläufigen Radverkehr für alle Einbahnstraßen prüfen.

shz.de von
06. September 2018, 15:46 Uhr

Glücksburg | Die Glücksburger wollen es beschaulich haben. Tempo 30 soll künftig im gesamten Innenstadtbereich gelten. Der Bauausschuss fasste auf seiner jüngsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss – einstimmig und mit Lob von allen Parteien. Die Zustimmung der Stadtvertretung am 18. September gilt als sicher.

Der Wunsch nach einer Ausweitung der Tempo-30-Zonen war von mehreren Fraktionen an die Verwaltung herangetragen worden. Diese reagierte. Im Beschluss heißt es: 60 Kilometer Straßennetz hat die Stadt, davon sind zehn Kilometer Kreisstraßen, 42 Kilometer Gemeindestraßen und acht Kilometer Landesstraßen. Bis auf die Landesstraßen soll im engeren Stadtgebiet – ohne Meierwik und Schausende und ohne Ausfallstraßen – alles Tempo-30-Zone werden. Auch die zum Kreis gehörenden Hauptachsen durch den Ort: Schlossallee zwischen Prinz-Friedrich-Ferdinand-Damm und Waldmuseum, Rathausstraße und Bahnhofstraße gehören dazu. Von den Gemeindestraßen werden Collenburger Straße, Paulinenallee, Sandwigstraße, Talweg, Fördestraße, Gorch-Fock-Weg und acht weitere Straßen neu aufgenommen.

Die Verwaltung erwartet von der Maßnahme mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm und Emissionen. Entsprechende Untersuchungen vom Statistischen Bundesamt und vom Umweltministerium liegen vor. Bauausschuss-Leiter Axel Sager (Bündnis 90/Grüne) verspricht einen „kontinuierlichen Verkehrsfluss ohne Zeitverluste“. Denn bereits jetzt haben 18 Kilometer Gemeindestraßen in Glücksburg ein Tempo-Limit. In Zukunft entfällt das Beschleunigen und wieder Abbremsen.

Glücksburg habe viele Einrichtungen für Senioren und Kinder. „Das schreit förmlich nach Tempo 30“, bekräftigte SPD-Interims-Vorsitzende Sylvia Ullmer. Sebastian Annewanter (FDP) sprach der Verwaltung für die geleistete Arbeit sein Kompliment aus. Zustimmung kam auch von der CDU und den Grünen.

Der Beschluss wird laut Axel Sager voraussichtlich noch in diesem Jahr umgesetzt. Über die Gemeindestraßen darf die Stadt selber verfügen. Für die Kreisstraßen müssen Genehmigungen aus Schleswig und eventuell der Straßenverkehrsbehörde eingeholt werden.

Die Stadt will zusätzlich gegenläufigen Radverkehr für sämtliche Einbahnstraßen prüfen. In Hamburg habe man damit sehr gute Erfahrung gemacht, sagte Bauamts-Leiter Egon Perschk.

Was halten Glücksburger Kaufleute und Bürger vom Tempo-Limit? Edeka-Chef Wolfgang Matthiessen zeigte sich wenig überrascht. Im Ortskern sei zu Stoßzeiten so viel los. „Da kann auch jetzt keiner 50 km/h fahren.“ Einwohner Johann Meerbach findet das großflächige Tempo-Limit zu „pauschal und einengend“. Da wo Rücksichtnahme angebracht ist, sollte man es machen, aber nicht überall“, lautet seine Meinung. Maren Fischer, Mutter eines Sohnes, begrüßt das Tempolimit grundsätzlich, bezweifelt aber, dass es eingehalten wird.

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