zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 10:52 Uhr

Teer bremst Kupfermühlen-Ausbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Probleme mit der Eindeckung: Schadstoffhaltige Materialien auf den Dächern der Hallen

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2013 | 18:07 Uhr

Seit dem Richtfest am 30. August ist viel passiert: Im Harrisleer Ortsteil Kupfermühle ist die umfangreiche Erweiterung des Industriemu-seums in vollem Gang. Jeden Tag ist Gerd Pickardt, Vorsitzender des Fördervereins, für Stunden auf der Baustelle, koordiniert den Baufortschritt des fast 1,7 Millionen Euro umfassenden Projekts, das der A. P. Möller Fonds allein mit einer Million Euro sponsert.

„Auf Unvorhergesehenes waren wir gefasst“, sagt Pickardt. Aber: „Es kam schlimmer als gedacht.“ Mit bis zu zwölf Lagen Teer und Dachpappe waren die alten Hallen gedeckt, die Maschinenhalle gar mit asbesthaltiger Dachpappe. Alles musste unter strengsten Auflagen entsorgt werden. Das habe den Zeitablauf um zwei, drei Wochen zurückgeworfen, zumal parallel nicht gearbeitet werden konnte. Trotzdem: Auch wenn ad hoc jede Menge Entscheidungen zu treffen seien, blieb immer der Kostenrahmen im Blick. Gerd Pickardt sieht es positiv: „Es läuft alles nach Plan“.

Mit einer großzügigen Spende fördere ein Flensburger Geschäftsmann die Anschaffung von sieben Fenstern, davon fünf Spitzbogenfenstern. „Wenn einer kommt und spontan sagt: Das ist so toll, das will ich unterstützen, das ist schon eine große Freude für uns“, heißt es dankbar.

Etwa vierzehn Handwerker, alle aus Flensburg und dem Kreis, arbeiten derzeit an den Dächern der Maschinen-, Werkstatt- und Museumshalle. Auf historische Stahlkonstruktionen kommen eine Holzlage, Bitumen und eine anthrazitfarbene Eindeckung. Nächste Woche nehmen die Maurer den Innenausbau in Angriff. Bis Mitte Oktober soll die Gebäudehülle fertig sein. Im Winter geht es an den Innenausbau. „Ich wün-sche mir, dass die Harrisleer das Museum mit einem Wir-Gefühl wahrnehmen, das Museum als wichtig für Kupfermühle und ganz Harrislee annehmen“, betont Pickardt engagiert.

Das ist das Industriemuseum kulturhistorisch allemal wert. Im Tunneltal der Krusau, nahe ihrer Mündung in die Flensburger Förde, gründete der dänische König Christian IV. um 1600 ein Hammerwerk, aus dem sich die „Crusauer Kupfer- und Messingfabrik“ entwickelte. Die Energie für das Hammerwerk lieferte die Wasserkraft der aufgestauten Krusau. Die Mühlräder der Kupfermühle gaben dem idyllisch gelegenen Ort seinen Namen. Das Kupfermühler Werk war einst der größte Industriebetrieb des dänischen Gesamtstaates. 300 Menschen waren im 18. und 19. Jahrhundert von Kupfermühle abhängig. Alte Werkshallen, das Turmgebäude, die Fabrikantenvilla, das ehemalige Pförtner- und Badehaus, die Dampfmaschine und ein Wassermühlenrad erinnern heute an das einstige Leben in Kupfermühle.

Vor allem die zauberhaft erhaltenen Arbeiterhäuser aus dem 17. Jahrhundert prägen den Charme des Ortes, der die größte einstige Fabrikarbeitersiedlung Nordeuropas beherbergt. Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Es ist der privaten Initiative von Bodo und Gisela Daetz zu verdanken, dass es heute den Museumsort Kupfermühle gibt, zu dem das Museum mit Exponaten vom Kupferkessel bis zur Stechuhr der Arbeiter gehört, sowie das Industriemuseum mit der riesigen Dampfmaschine.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen