Techno-Party nervt östliche Höhe

shz.de von
31. Juli 2012, 03:59 Uhr

Flensburger | Musik ist immer Geschmackssache, aber am Freitagabend wurde es etlichen Flensburgern auf der östlichen Höhe zu bunt. Laute Technoklänge und kein Ende, bei der Einsatzleitstelle mehrten sich die Beschwerden. Gestern vermeldete die Polizei, dass sie gegen 4 Uhr am Sonnabendmorgen eine Feier mit zu diesem Zeitpunkt noch 80 Gästen im Volkspark auflösen musste. Da fragt sich ein restlos genervter Nachbar: "Warum so spät?"

Der 62-Jährige lag in jener Nacht mit seinem Segelboot im Industriehafen, also direkt unterhalb des Partygeländes. An Ruhe war nicht zu denken, an Schlaf schon gar nicht. Zwischen 21.33 und 1.48 Uhr hatte der Urlauber allein acht Mal telefonischen Kontakt mit der Polizei. Einmal sogar persönlichen Kontakt. Doch der sei wenig fruchtbar gewesen. "In der Stadt ist es halt manchmal etwas lauter", habe ihm eine Streifenpolizistin lapidar geantwortet.

Dabei war nicht nur das Hafengebiet betroffen. Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass es wegen des Lärms zahlreiche Anrufe von Bewohnern der umliegenden Wohngebiete gegeben habe. Polizeisprecher Matthias Glamann bestätigte, dass um 1.45 Uhr erstmals und um 3.45 Uhr letztmalig Streifenwagen vor Ort gewesen seien. Lärmquelle sei eine Feier im Bereich Jahnstraße gewesen. Zeitweilig hätten sich bis zu 100 junge Leute im Volkspark und der benachbarten Schrebergartenanlage aufgehalten.

Bemühungen, die Lautstärke auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, seien fruchtlos geblieben. So habe die Polizei - diesmal verstärkt durch Kollegen der Bundespolizei - die Party beendet.

Eine öffentliche Veranstaltung dieser Größenordnung ist immer genehmigungspflichtig. Dem Ordnungsamt aber war von einer Feier nichts bekannt. "Wir hätten das in dieser dicht bebauten Wohngegend im übrigen auch niemals genehmigt", stellt Rathaussprecher Clemens Teschendorf klar. "Es ist Sache der Polizei, Ruhe störenden Lärm zu unterbinden."

Damit liegt der Schwarze Peter wieder bei den Beamten. Matthias Glamann wirft ein: "Veranstaltungen in diesem Ausmaß sind nicht grundsätzlich verboten und werden nicht einfach aufgelöst. Und selbst wenn - so müssen wir pflichtgemäß und rechtsstaatlich nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit handeln." Die Verstärker seien im Beisein der Beamten stets heruntergefahren worden. Auf erneute Beschwerden hin habe die Polizei dann aber im zweiten Einsatz die Veranstaltung um 3.45 Uhr beendet. Die Nachbarn selber fanden die Partyzone um die Ecke übrigens halb so wild. Anwohner der Jahnstraße sagten auf Befragen, dass sie mit der Feier ganz gut leben - und schlafen konnten.

Weniger friedlich verlief am nächsten Abend ein Einsatz im Fritz-Reuter-Weg gegen 23 Uhr. Auch dort wurde laut gefeiert, aber die etwa 30 Gäste wurden gegen die Polizeibeamten aggressiv, als sie zum zweiten Mal den Lärm unterbinden wollten. Die Geburtstagsparty wurde aufgelöst, zwei 20-Jährige wurden in Gewahrsam genommen.

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