Taxis in Flensburg : Taxifahrten bald 20 Prozent teurer

Ralf Sannowitz (56) von Altstadt-Taxi bedient sein Taxameter.
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Ralf Sannowitz (56) von Altstadt-Taxi bedient sein Taxameter.

Es gibt Probleme mit der Umstellung der Taxameter. Die Unternehmen haben eine Frist bis Ende Januar und fahren derzeit nach dem alten Tarif.

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06. Januar 2015, 16:30 Uhr

Wer als Tag- oder Nachtschwärmer im Januar ein Taxi bestellt, spart Geld. Denn obwohl seit Neujahr ein neuer Tarif in der Stadt gilt, sind die Taxameter in den Taxen der Stadt noch auf den alten, günstigeren eingestellt. Bei längeren Fahrten lässt sich so schon der eine oder andere Euro sparen. Denn Taxifahrten werden sowohl im Grundpreis als auch im Streckenpreis rund 20 Prozent teurer.

Wenn denn irgendwann die Taxameter umgestellt werden. „Die Taxi-Unternehmer haben eine Frist bis Ende Januar, die Eichung ihrer Taxamater vornehmen zu lassen“, sagt auf Anfrage Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Und spricht damit indirekt das eigentliche Thema an: Es gibt Probleme mit der Umstellung der Messgeräte, die bei Beginn der Fahrt eingeschaltet werden und den genauen Fahrpreis berechnen. In Ermangelung eines eigenen Eichamts in Flensburg – das an der Karlstraße wurde vor einigen Jahren aufgelöst – übernimmt ein von den Behörden bevollmächtigter Betrieb die Eichung der Flensburger Taxamater. Das ist in Flensburg die Firma Klaus & Co., Mercedes-Vertretung an der Liebigstraße.

Dort ist Holger Maiwald der Mann für die Taxameter. Doch er kann derzeit nichts tun. „Die Firma Hale in Salzburg muss eine neue Software für die Taxameter erstellen“, berichtet er. Dazu benötigt sie das Datenblatt des Eichamts mit den Details des neuen Tarifs. Maiwald weiß nicht, ob das schon vorliegt. Hale schickt die neue Software an das Eichamt, dort werde sie geprüft. In einem weiteren Schritt bekomme er Zugang über das Internet zur geprüften Software und kann sie auf die Taxameter laden, die dann noch einmal von einem Behördenvertreter des Eichamts gecheckt werden.

Auch in der Ordnungsbehörde ist angekommen, dass es Probleme mit der Eichung gibt. „Sie ist aber technisch möglich“, so Sprecher Teschendorf, „das haben wir uns vom Eichamt bestätigen lassen.“ Die Taxi-Unternehmen könnten notfalls mit ihren Fahrzeugen nach Kiel oder Hamburg fahren; die Eichämter dort seien in der Lage, die Uhren neu einzustellen, so Teschendorf.

Vor allem vor dem Hintergrund des seit 1. Januar geltenden Mindestlohns hatte das Taxi-Gewerbe höhere Tarife beantragt und einen entsprechenden Antrag bei der Stadt gestellt. Wie Teschendorf berichtet, sei ein Gutachten erstellt worden, das zu anderen Zahlen kam. Während Taxi-Unternehmer noch im September von drohenden Preiserhöhungen bis zu 40 Prozent sprachen, sind die Erhöhungen nun doch deutlich moderater ausgefallen. Sie liegen sowohl beim Grund- als auch beim Kilometerpreis bei rund 20 Prozent. So kostet ein Kilometer Fahrt auf einer Strecke zwischen 2 und 6 Kilometern statt 1,50 Euro künftig 1,80 Euro – wenn denn die Uhren irgendwann umgestellt und geeicht sind.

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