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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 02:45 Uhr

Tatort

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein halb verhungerter Hund, eine Katze, wie vom Erdboden verschluckt, und ein toter Hamster. Wie passt das zusammen? Was ist passiert in der von Mensch und Mieter verlassenen Wohnung, in der alle drei Tiere ein unerquickliches Schicksal ereilte?

Die Konstellation und der mögliche Ablauf der Geschehnisse in der Mozartstraße lässt genügend Spielraum für Spekulationen. Diese finden ihren Ausgangspunkt in dem rätselhaften Verschwinden der Katze. Wo ist sie geblieben? Eine kriminaltechnische Herausforderung, der sich insbesondere „Tatort“-Freunde stellen sollten.

Mögliche Variante: Nachdem die Hundehalterin ohne Erbarmen die Wohnung (ohne Wiederkehr) verlässt, kulminiert die Situation auf dramatische Weise. Retriever-Mischling Tommy wirft nach einigen Tagen unsäglichen Hungers alle Hemmungen über Bord und verleibt sich die arme Katze ein. Der Hamster muss das grausame Schauspiel mit ansehen, erleidet einen kardiogenen Schock und fällt tot von dem nach ihm benannten Rad.

Zweite Version: Die Katze hält es vor Hunger nicht mehr aus, greift den Hamster an, der, von den Gitterstäben seines Käfigs zwar geschützt, an den Folgen seiner Todesangst verstirbt.

Vielleicht ist die Situation aber gar nicht so kompliziert: Der Hamster segnet ohne Fremdeinwirkung das Zeitliche, der Hund überlebt, obwohl unterernährt, und die Katze findet ein Schlupfloch, aus dem sie aus der verwahrlosten Wohnung entweichen kann.

Man sieht, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – gleichwohl ist anzunehmen, dass der Fall nie endgültig aufgeklärt und zu den Akten gelegt werden kann.

Wolfgang Amadeus würde sich als Namensgeber angesichts des Vorfalls in der Mozartstraße wohl im Grabe umdrehen. Wie wir wissen, sind Hunde vielen Musikern und Komponisten eine Quelle der Inspiration. Mozart, so ist überliefert, liebte seinen Foxterrier „Pimperl“ heiß und innig, und auch „Tommy“ hätte er sicherlich in sein Herz geschlossen.

Dem prächtigen Rüden, und das ist die gute Nachricht, steht nun ein neuer Besitzer und eine gewiss bessere Zukunft bevor. Die ersten Interessenten gibt es schon.

Eine weitere Episode, in die die Polizei involviert ist, spielt sich in der Roten Straße ab. Die Inhaberin eines dort ansässigen Geschäfts beklagt, dass sich die Polizei nach einem Diebstahl an einem trubeligen Sonnabend für nicht zuständig erklärt habe. Sie solle am Montag die Kripo informieren. Die Frau verfolgte die Diebin durch die halbe Stadt – erfolglos. Am Montag rief sie die Kripo an. Warum, hieß es dort, habe sie sich nicht schon samstags gemeldet und Anzeige erstattet? Die Geschäftsfrau war sprachlos, zumal sie Ähnliches schon Tage zuvor erlebt hatte. Da habe der Beamte schlicht den Hörer aufgeknallt. Nun erhebt die nicht Erhörte den Vorwurf der Arbeitsverweigerung. Beste Frau, nicht verzagen: Wie hinlänglich bekannt, wird 2014 alles besser.

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