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Umfahrung : Tarups neues Nadelöhr im Südosten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt Flensburg gibt am Mittwoch den dritten Bauabschnitt der Hochfelder Landstraße frei. Eine Weiterführung zur Taruper Hauptstraße indes ist nicht in Sicht.

Bürgermeister Henning Brüggemann will morgen das dritte von vier Teilstücken der Hochfelder Landstraße für den Verkehr freigeben. Dann können Autofahrer von der Osttangente über die Ringstraße hinaus bis zum Tastruper Weg fahren. Gestern pflasterten Bauarbeiter dort die Böschung der kleinen neuen Brücke über die Taerbek. Das verzinkte Geländer blinkt.

Die Hochfelder Landstraße führt nicht nur zu Flensburgs jüngstem Neubaugebiet Hochfeld. Als Verlängerung der Straße Munketoft von Bahnhof und Innenstadt sowie als erster Abzweiger der Osttangente im Flensburger Südosten soll diese Straße langfristig auch viel Personenverkehr aus Tarup und Engelsby vorbeilenken. Doch bevor die Hochfelder Landstraße als Abkürzung zum Beispiel für Autofahrer aus Maasbüll oder Husby taugt, droht Tarups Osten womöglich kurzfristig ein kleiner Verkehrsinfarkt. Denn das Zusammentreffen von Tastruper Weg und Dorfstraße kurz vor der Taruper Hauptstraße verträgt kein stark wachsendes Pkw-Aufkommen, wie es die Hochfelder Landstraße schon kurzfristig produzieren dürfte.

Obwohl also die neue Straße Flensburgs Südosten „langfristig deutlich entlastet“, wie die Stadt in der Einladung zur Freigabe morgen hofft, droht als zunächst einmal genau das Gegenteil. Und diesen Zustand wird die Stadt mittelfristig auch kaum ändern können. Marc Otzen (40), der an der Dorfstraße in Tarup vor vier Jahren den väterlichen Milchviehbetrieb übernommen hat, besitzt und bewirtschaftet hier insgesamt rund 40 Hektar Land. Zwar sei seit 20 Jahren klar, dass die Stadt hier die einzige Möglichkeit habe, wenn sie sich im Südosten verbreitern will: „Wir haben von dieser Straße aber erst vor zehn Jahren erfahren“, sagt Otzen. Und noch schlimmer: Außer einer einzigen Unterredung mit dem damaligen Leiter der Kommunalen Immobilien Peter Schroeders vor drei Jahren habe noch nie ein Gespräch stattgefunden. Schroeders’ Nachfolger Michael Draeger bestätigt dies auf: „Derzeit gibt es aktuell keine Grundstücksverhandlungen.“

Doch für Marc Otzen und seine Familie, die Flensburgs letzten Vollerwerbsbetrieb im Flensburger Südosten führen, geht es um die Existenz. Einen Tunnel unter der K8 für Otzens 40 Milchkühe wird die Stadt wohl kaum bauen wollen. Deshalb bleibt für Otzen nur: „Ich möchte Ersatzflächen heben, doch Fläche ist knapp in der Umgebung.“ Seine Alternativen: entweder einen komplett neuen Betrieb gründen – oder einen bestehenden übernehmen, wenn es passt. „Ich brauche eine Perspektive für die nächsten 30 Jahre“, sagt Marc Otzen, der Vater von drei Kindern ist: „Und auch noch eine für die nächste Generation.“

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erstellt am 24.Sep.2013 | 07:17 Uhr

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