Nahversorgungszentrum : Tarup weiter ohne Markt: Bürger hadern mit der Nospa

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14. Februar 2011, 06:15 Uhr

Flensburg | Die Bürgerinitiative (BI) Tarup hat ihre Hausaufgaben gemacht. Im Prinzip könnte in diesem Jahr Baubeginn für ein neues Versorgungs- und Kommunikationszentrum im alten Ortskern sein. Doch die BI hadert mit der Nospa. Die Kaufverhandlungen für das Eckgrundstück Taruper Hauptstraße/Norderlück kommen nicht voran.

Seit fast einem Jahr verfällt das Gebäude, aus dem im März 2010 der Edeka-Markt auszog, um nach Adelbylund zu gehen. Den Tarupern fehlt seither nicht nur eine Nahversorgungsmöglichkeit. Der an dieser Stelle immer noch dörflich geprägte Stadtteil vermisst auch einen sozialen Ort der Kommunikation.

Auf dem Papier ist ein Nachfolger schon gefunden. Für die Neubesiedelung gibt es sieben ernsthafte Interessenten, die sich überwiegend schon per Unterschrift zum Einzug verpflichtet haben, es gibt ein Finanzierungskonzept und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Regina Porath, langjährige SPD-Ratsfrau und jetzt Mitglied der Initiative, ist von der kleinteiligen Lösung für diesen Standort überzeugt: ein Markt mit 200 Quadratmetern für die Grundversorgung, ein Bäcker mit Innen- und Außen-Café, ein Schlachter, ein Schreib- und Papierwarenladen, ein Friseursalon, ein Physiotherapeut, die Apotheke von gegenüber - sie wollen nach Sanierung des Gebäudes auf den 800 Quadratmetern des ehemaligen Supermarktes ein neues Ensemble bilden. "Aber leider", sagt Regina Porath, "kommen wir mit der Nospa nicht weiter."

Die Bank hat die Verfügungsgewalt über die Immobilie des insolventen dänischen Besitzers. Bislang konnte man sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nach einer letzten Verhandlungsrunde herrsche Ruhe, so Porath: "Wir möchten gerne weiter verhandeln, aber wir bekommen bei der Nospa keine Termine mehr."

Das nährt Befürchtungen. Nämlich, dass die Bank längst andere Pläne an diesem Standort verfolgt und dort einen Investor für eine Wohnbebauung sucht. "Das wäre für den Ortsteil natürlich fatal", sagt Porath. "Man hat es gerade in diesem Schneewinter gesehen, wie mühselig die Versorgung besonders für die älteren und nicht mobilen Bewohner ist." Natürlich sei die Nospa frei in ihren Entscheidungen. Aber, mahnt Regina Porath, als regionales Unternehmen stehe die Bank auch in der Pflicht. Die bisher genannten Preisforderungen stünden jedenfalls in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Sanierungs- und Umbaukosten.

Die Nospa bestreitet, die Verhandlungen nicht fortsetzen zu wollen. "Wir können jederzeit verhandeln", sagt Sparkassensprecher Burkhard Lauritzen. Verweist freilich darauf, dass der Verhandlungsspielraum Grenzen hat: "Wir sind treuhänderisch tätig. Und wir müssen uns bei der Preisgestaltung schon am Markt orientieren." Konkreter wird Lauritzen schon beim Thema Wohnbebauung. Darüber wird offenbar nicht nachgedacht. "Wir werden keine Verkaufsentscheidung treffen, die in Tarup nicht konsensfähig ist."

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