Infrastruktur : Tarup-Umgehung wird doch nicht privat

Die Tarup-Umgehung wird in Regie der Stadt gebaut. Zuvor hatte die Stadt mit einem Modell Öffentlich Privater Partnerschaft (ÖPP) geliebäugelt, aber das rechnete sich nicht.

shz.de von
16. Dezember 2008, 11:34 Uhr

Flensburg | Im Ausschuss Technisches Betriebszentrum präsentierten Geschäftsführer Uwe Hahn und Manfred Sogorski die nüchternen Fakten. Die Wirtschaftlichkeitsanalyse der Investitionsbank Schleswig-Holstein kam unter dem Strich auf einen Finanzvorteil von mageren fünf Prozent, falls die Stadt die Straße von Privaten bauen lässt und für 30 Jahre mietet. Im ÖPP-Konzept, hätte der private Partner so lange die Verkehrssicherungspflicht und die Sicherstellung baulich-technischer Standards für diese zeit sicherstellen müssen. Sein Gewinn hätte in den Effizienzvorteilen privater Planung bestanden.
Pläne stehen bis zum Frühjahr
Es gibt da auch Nachteile, wie das TBZ feststellte. So sei beispielsweise zu befürchten, dass der private Investor der Versuchung erliegen könnte, die Qualität des Baus etwas herunterzuschrauben, um die Gewinnspanne zu erhöhen. Weiterer Nachteil: Sollten während der Pachtzeit Veränderungen notwendig werden, ginge das nur mit Einstimmung des Besitzers, schließlich droht erheblicher Zeitverzug - alles in allem ein Bündel, das die Verwaltung von der ursprünglichen Überlegung abbrachte, die K 8 als ÖPP-Projekt auszubauen.

Wilmut Albert, im TBZ zuständig für die Tarup-Umgehung, sieht da eine Menge Vorteile. "Wir hätten viel Zeit verloren", sagt er. "Der Bau aller vier Bauabschnitte hätte erst 2011/2012 stattfinden können." Nach jetziger Planung könnte die komplette Umgehung beim Bau in eigener Regie dann schon komplett fertig sein. Albert geht davon aus, dass die entsprechenden Vorlagen und Pläne bis zum Frühjahr stehen. Dann werden die ersten beiden Bauabschnitte der Umgehungsstraße in Angriff genommen. Wie es mit den Bauabschnitten drei und vier läuft, ist noch offen. Die erforderlichen Grundstücke sind überwiegend in Privatbesitz. Aber einen politischen Auftrag vorausgesetzt, hält Albert eine nahtlose Fortführung des Straßenbauprojektes für realistisch.

Die Tarup-Umgehung soll zwischen Osttangente und Kappelner Straße einen Bogen um Tarup und die südöstlichen Neubaugebiete Flensburgs schlagen. Baurechtlich gesichert sind jedoch momentan nur diese ersten beiden Abschnitte zwischen Osttangente und Ringstraße. Das, so Albert, sei auch vorrangig, weil das Neubaugebiet Hochfeld ein rasantes Wachstum entfalte.

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